Zur Überraschung der Forscher enthielten alle untersuchten Galaxien unabhängig von der Leuchtkraft ungefähr gleich viel Masse ? nämlich so viel wie zehn Millionen Sonnen. Die am schwächsten leuchtenden Zwerggalaxien müssen daher ungeheure Mengen der rätselhaften dunklen Materie enthalten. Nach den Berechnungen der Forscher enthalten sie 10.000-mal so viel dunkle wie normale Materie. In der Milchstraße liegt das Verhältnis nur bei zehn zu eins.
Da alle sichtbaren Objekte von einem unsichtbaren Netz dunkler Materie umgeben sind, nehmen Astrophysiker an, dass sich sichtbare Galaxien nur dort bilden konnten, wo sich vorher genug dunkle Materie zusammengeballt hatte. Die ersten kleinen Klumpen dunkler Materie, sogenannte Halos, vereinigten sich demnach zu größeren Klumpen und zogen anschließend sichtbare Materie an. Die Zwerggalaxien könnten einen Hinweis darauf geben, ab welcher Mindestmenge dunkle Materie zu verklumpen beginnt. Daraus können die Forscher wiederum Rückschlüsse ziehen, aus welchen Teilchen die dunkle Materie besteht.
“Indem wir die minimale Galaxienmasse bestimmen, können wir das Verhalten dunkler Materie besser verstehen”, erläutert Hauptautor Louis Strigari. Womöglich gibt es auch Klumpen dunkler Materie ohne Sterne. Allerdings können Astronomen diese bislang nicht nachweisen. Selbst die schwächsten der Zwerggalaxien sind kaum sichtbar. Sie enthalten fast kein Gas und kaum junge Sterne.





