Die Forscher stellten ein Verbundmaterial aus einem Kunststoff und Glasfasern her, die 0,06 Millimeter dick und im Inneren hohl waren. Ein Teil der Glasfasern war mit Epoxidharz gefüllt, der andere Teil mit einem Härter. Wurde das Material beschädigt, brachen die Fasern. Die beiden Flüssigkeiten traten aus, vermischten sich und härteten aus. “Wir haben gezeigt, dass wir die mechanische Stärke des Materials durch den Selbstheilungsprozess wiederherstellen können”, sagte Bond dem Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Forscher testeten ihre Erfindung auch unter Weltraumbedingungen im Vakuum und bei Schwerelosigkeit. Als nächstes wollen sie die Heilfasern in andere, noch stabilere Werkstoffe einbauen und deren Verhalten bei hohen Temperaturen testen.
Die Esa hofft, dass die selbstheilenden Materialien Missionen zu weit entfernten Zielen im Sonnensystem möglich machen, da sich die Lebensdauer eines Raumschiffes durch fortwährende Reparaturen der Hülle womöglich verdoppeln lassen könnte. Im Weltraum können Raumsonden mit Mikrometeoriten zusammenstoßen, die mehrere Kilometer pro Sekunde schnell sind. Starke Temperaturunterschiede können ebenfalls Risse in der Hülle eines Raumschiffes hervorrufen. Auch Missionen im Erdorbit könnten von der Selbstheilung profitieren: Ein Satellit wird erheblich billiger, wenn er länger in Betrieb bleibt.
Christopher Semprimoschnig vom European Space Technology Research Centre (Estec) in den Niederlanden ist allerdings der Meinung, dass es mindestens noch ein Jahrzehnt dauern wird, bis die Technologie einsatzbereit ist.





