Diamanten sind nicht nur bezaubernd schön und unfassbar wertvoll. Die funkelnden Edelsteine sind auch ein Fenster in die tiefste Vergangenheit der Erde, wie Forscher um Steven Shirey von der Carnegie Institution in Washington jetzt im Journal Science (Bd. 297, S. 1683) berichten.
4000 Diamanten aus dem ertragreichsten Fundgebiet der Welt in Südafrika analysierten die Forscher für ihre Studie. Sie ermittelten Alter und chemische Zusammensetzung der Edelsteine und stellten fest, dass die Diamanten zu zwei verschiedenen Gruppen gehören.
Die einen bildeten sich vor etwa 3,3 Milliarden Jahren, als der uralte Kern von Südafrika, der so genannte “Kapvaal-Kraton”, entstand. Die andere Gruppe entstand vor etwa 2,9 Milliarden Jahren, vermutlich in Mantelgestein, das unter einem Ozean lag, von dessen Kruste sich Teile an den Kapvaal-Kraton anlagerten.
Erst wesentlich später, vor 1600 bis 65 Millionen Jahren, gelangten die tief im Erdmantel entstandenen Diamanten an die Oberfläche. Bei explosiven Vulkanausbrüchen bildeten sich enge Durchschlagsröhren, so genannte Kimberlite-Pipes, durch die die Diamanten zusammen mit anderem Gestein aus dem tiefen Erdmantel nach oben befördert wurden. Wie die Forscher schreiben, entstehen Diamanten im Erdmantel nicht kontinuierlich, sondern bei einzelnen Ereignissen wie dem Zusammenwachsen von Kontinenten.
Ute Kehse





