Schrödinger ging nun in seinem Gedankenexperiment einen Schritt weiter: Was wäre, wenn man den Zerfall des Atoms dazu benutzen würde, einen Hammer auszulösen, der ein Fläschchen mit Giftgas zerschlägt, das sich zusammen mit einer Katze in einer Kiste befindet. Die logische Konsequenz wäre dann doch, dass diese Katze sich so lange in einem Zwitterzustand aus Leben und Tot befindet, bis sich jemand erbarmt und sie beobachtet.
Bereits seit den achtziger Jahren vertritt Zurek die Auffassung, dass die quantenmechanischen Zwitterzustände nicht durch eine “Beobachtung”, sondern durch alle möglichen Wechselwirkungen mit der Umwelt kollabiert werden können. Demnach würde das Schicksal der Katze nicht erst dann besiegelt, wenn jemand nachschaut, sondern bereits bei den ersten Wechselwirkungen des Atoms mit seiner Umwelt.
Mit seiner aktuellen Rechnung ist Zurek nun dazu in der Lage, ein Maß für die Empfindlichkeit eines quantenmechanischen Systems gegenüber solchen Wechselwirkungen anzugeben. Das könnte unter anderem hilfreich bei der Entwicklung von Quantencomputern sein. Denn bei ihnen ist der Kollaps der Wellenfunktion gleichbedeutend mit dem Verlust sämtlicher Rechenergebnisse.





