Sterne, die so ähnlich aussehen wie der Planet Saturn, stellten für Astronomen lange Zeit ein Rätsel dar. Doch jetzt berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal, wieso die Scheiben aus heißem Gas um solche Sterne stabil sind (Ausgabe vom 20. Oktober 2002).
Auf die Teilchen in einer solchen Scheibe wirken zwei Kräfte, haben die Astronomen um Joseph Cassinelli von der University of Wisconsin herausgefunden. Zum einen zieht die Schwerkraft die Teilchen zum Stern zurück, zum anderen treibt der stellare Wind sie nach außen. Eine Scheibe kann nur dann längere Zeit bestehen bleiben, wenn der Stern ständig Material nachliefert, während der Sternenwind am Rand der Scheibe immer wieder Teilchen mit sich reißt.
Doch Beobachtungen zeigten, dass die Scheiben den Keplerschen Gesetzen gehorchen. Es ist also nicht der Strahlungsdruck des Sternenwindes, der das Gegengewicht zur Gravitation darstellt. Die Staubteilchen werden durch ihre Umlaufgeschwindigkeit auf einer stabilen Bahn gehalten, konnten Cassinelli und seine Kollegen jetzt zeigen. Den Forschern zufolge wird das vom Stern abgegebene Material durch sein Magnetfeld in die Äquatorebene gezwungen. In der Region, in der die Winkelgeschwindigkeit der Teilchen groß genug ist, um der Schwerkraft zu trotzen, bildet sich dann die Scheibe aus.
Die Astronomen berechneten außerdem, welcher Sternentyp in Frage kommt, um solche Scheiben zu produzieren. Demnach müssten sehr massive Sterne ein unglaublich starkes Magnetfeld haben, um eine Scheibe zu erzeugen. Bei sehr kleinen Sternen kann man die Scheiben mit derzeitigen Teleskopen wahrscheinlich nicht sehen.
Ute Kehse





