Obwohl unsere Sonne ein relativ ruhiger Stern ist, kann sie heftige Ausbrüche von Strahlung und geladenen Teilchen verursachen. Typischerweise beginnt ein solcher Sonnensturm mit einer Reihe von Kurzschlüssen zwischen Feldlinien knapp über der Sonnenoberfläche. Diese magnetischen Rekonnexionen setzen Energie in Form von Strahlung frei und erzeugen so den ersten Akt des Sonnensturms – einen Strahlungsausbruch.

Der zweite Akt des Sonnensturms beginnt, wenn die abrupte Energiefreisetzung das Sonnenplasma am Ort des Flares mobilisiert. Das Plasma steigt entlang der bogenförmig aufgewölbten Magnetfeldlinien in die Höhe. Dabei werden die geladenen Teilchen weiter beschleunigt, bis sie schließlich aus ihrem Magnetkäfig ausbrechen und ins All hinausgeschleudert werden. Gängiger Theorie nach sorgen auch hierbei magnetische Rekonnexionen hinter der Plasmafront für den nötigen Schub.
Warum bleiben manche Plasmaeruptionen aus?
Das Seltsame jedoch: Nicht jeder starke Strahlungsausbruch der Sonne erzeugt auch eine Plasmaeruption. Manchmal fallen die in die Höhe geschleuderten Plasmabögen einfach wieder in sich zusammen. „Der Eruptionsprozess wird gestoppt, ohne dass Material oder magnetische Strukturen die Sonne verlassen“, erklären Tingyu Gou vom Harvard & Smithsonian Center for Astrophysics in Massachusetts und ihre Kollegen.
Aber warum scheitern manche Sonneneruptionen, bevor sie richtig begonnen haben? „Wir hatten bisher keine umfassende Erklärung für solche gescheiterten Ausbrüche und ihre Mechanismen“, schreiben die Astronomen. Denn lange Zeit fehlte es an Beobachtungen, die die Prozesse am Ort eines Flares mitsamt der magnetischen Bedingungen in der Sonnenatmosphäre zeigten. Das hat sich inzwischen geändert.






