Wir alle haben schon einmal erlebt, wie Glas zerbricht, wenn es auf eine harte Kante oder den Boden trifft. „Glas ist zwar stark, aber anfällig für Brüche, wenn die Spannung seine Toleranz überschreitet“, erklärt Makina Saito von der Tohoku Universität in Japan. Aber warum gehen dann nicht alle Gläser beim Runterfallen zu Bruch? Schon länger wird vermutet, dass es in der amorphen Struktur des Glases atomare Prozesse gibt, die das zumindest zum Teil verhindern können. „Interessanterweise kann die Bewegung von Atomen und Molekülen innerhalb des Glases innere Spannungen abbauen, wodurch das Material widerstandsfähiger gegen Brüche wird“, erklärt Saito. Der Prozess wird Johari–Goldstein-Entspannung genannt, sein Ablauf ist aber nur in Teilen bekannt. „Obwohl wir wissen, dass einige Atome in nahe gelegene freie Stellen ‚springen‘, war es lange Zeit ein Rätsel, wie dieser Prozess Stress abbaut“, sagt Saito.





