Aufgrund des Mangels an Eisen und anderer Basalte ist das Gestein der Kratone weniger dicht. Gemäß einer aus den siebziger Jahren stammenden Theorie von T.H. Jordan baut sich unter dieser Bedingung zwischen dem Kraton und den tieferen und heißeren Erdmantelschichten eine wärmeisolierende Schicht auf. Damit wird die Wärmezufuhr aus dem Erdinnern abgeschnitten, was gemäß Lee und seinen Kollegen die Erklärung für die tektonische Stabilität der Kratone ist.
Erdbebenfreie Regionen findet man auf der Erde nur auf den alten Kernen der Kontinentalplatten. Bisher ging man davon aus, dass der Grund dafür das hohe Alter dieser sogenannten Kratone ist. Doch nach Untersuchungen von Cin-Ty Lee und seinen Kollegen von der Harvard-Universität ist der Grund für die Stabilität der Kratone ein Mangel an Eisen. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature vor.
Lee und seine Kollegen untersuchten in zwei Gebieten der nordamerikanischen Kordilleren aus dem Erdmantel stammende Gesteine, die von Vulkanen auf die Erdoberfläche geschleudert worden waren. Sie fanden, dass die Gesteine in dem jüngeren, aber tektonisch stabilen Colorado-Plateau weniger Eisenoxid und andere basaltische Komponenten enthalten als die in der älteren, tektonisch aktiven Basin-and-Range-Region.
Axel Tillemans





