Am 19. Dezember 2003 trennte sich der Lander planmäßig von seiner Muttersonde und flog in Richtung Marsoberfläche. Ein Hitzeschild sollte Beagle 2 nach dem Eintritt in die Marsatmosphäre abbremsen, kurz vor der Landung dämpfte dann eine Hülle aus mehreren Airbags den Aufprall. Nach Abstoßen der Airbags sollten sich die drei paddelförmigen Sonnensegel entfalten und der Lander seine Antenne ausfahren, um seine Ankunft zu melden – so der Plan. Doch es kam anders: Beagle 2 meldete sich nicht mehr. “Wenn die Landesequenz korrekt verläuft, dann sendet die Sonde die Signale und man kann dieses nutzen, um den genauen Landeplatz zu orten – selbst wenn sie nur ganz kurz sendet”, erklärt Alfred McEwen von der University of Arizona, Leiter des HiRISE-Kamerateams der NASA-Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter. “Doch im Fall von Beagle 2 bekamen wir gar nichts.”
Suche nach elf Jahren erfolgreich
Um das Schicksal der Landesonde aufzuklären, fahnden Forscher der NASA und ESA seit Jahren in den Kameraaufnahmen, die die verschiedenen Orbitersonden von dem geplanten Landegebiet von Beagle 2 machten. Doch dieses umfasst eine Fläche von 170 mal 100 Kilometern in der Eben Isidis Planitia. Auf dieser Fläche ein Objekt von wenigen Metern Größe zu finden, entspricht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Doch in Aufnahmen vom 28. Februar 2013 und 29. Juni 2014 wurde Michael Croon, ehemaliges Mitglied des Mars Express-Teams der ESA fündig. “Er entdeckte etwas am Rand eines Bildes, aber der Kontrast war in diesem ersten Bild sehr schwach”, erklärt McEwen. Doch weitere Aufnahmen brachten Klarheit und zeigten einen changierenden hellen Fleck. “Das passte zu Beagle 2, denn seine Sonnensegel waren wie Blütenblätter arrangiert, jeder mit einem leicht anderen Winkel zur Sonne”, so McEwen. Dadurch reflektiert jeder das Licht ein wenig anders.
In den Aufnahmen ist zu erkennen, dass Beagle 2 möglicherweise nur zwei oder drei Sonnensegel ausgeklappt hat. Nach Ansicht der britischen Raumfahrtbehörde, die damals für den Lander verantwortlich war, könnte dies der Grund sein, warum sich Beagle 2 nach seiner Landung nicht mehr meldete: Nur wenn alle vier Sonnensegel ausgeklappt sind, kann die Antenne ausgefahren und der Funkkontakt hergestellt werden. Alle bisherigen Daten sprechen dafür, dass Beagle 2 demnach zwar erfolgreich auf dem Roten Planeten landete, dann aber keinen Kontakt zu Erde mehr aufnahmen konnte. Die Forscher vermuten, dass entweder ein Airbag nicht abgesprengt wurde und so das Ausklappen aller Sonnensegels verhinderte, oder dass ein Teil des Ausklappmechanismus beim Aufprall beschädigt wurde. Die Forscher wollen nun gezielt weitere Aufnahmen des Landers erstellen, um herauszufinden, was genau mit Beagle 2 bei und nach seiner Landung geschah.





