Schon während des ersten halben Jahres konnte ROSAT bei einer umfassenden Durchmusterung die Zahl der bekannten Röntgenquellen von rund 5000 auf weit über 50 000 steigern, und seither sind noch einmal ebenso viele neue Quellen hinzugekommen. Doch bis heute gibt es viermal so viele Anträge auf Beobachtungszeit mit dem Satelliten, wie bewilligt werden können. Entsprechend wurde die Betriebszeit von ROSAT immer wieder verlängert, zuletzt bis zum Ende des Jahres 1997.
Möglich gemacht hat das vor allem die hervorragende Leistung der Bodenbetriebs-Station im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum der DLR in Oberpfaffenhofen bei München: Obwohl im Laufe der Zeit zwei der vier Kreisel für das Lageregelungssystem auf dem Satelliten ausfielen und ein dritter nur noch eingeschränkt einsatzfähig ist, konnten Wissenschaftler, Ingenieure und Programmierer das Orientierungsvermögen des Satelliten retten.
Ein zweiter deutscher Röntgen-Forschungssatellit mit Namen ABRIXAS (für A Broad-Band Imaging X-ray All-sky Survey) soll im Januar 1999 gestartet werden und den Himmel erstmals im Bereich zwischen 0,5 und 15 keV mit einem abbildenden Röntgenteleskop durchmustern. Ein entsprechender Vertrag ist im Sommer vergangenen Jahres zwischen der Deutschen Agentur für Raumfahrt-Angelegenheiten DARA, dem Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) in Garching und der Firma OHB-System (Orbital- und Hydrotechnologie Bremen) als Hauptauftragnehmer unterzeichnet worden. Starten soll dieser Satellit mit einer COSMOS-Rakete vom russischen Startplatz Kapustin Yar aus.
Mit einer Gesamtmasse von 470 Kilogramm (davon entfallen etwa 160 Kilogramm auf die Nutzlast) gehört ABRIXAS in die Kategorie Kleinsatellit. Für seine wissenschaftliche Betreuung zeichnen das MPE, das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP) und das Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen (IAAT) gemeinsam verantwortlich.
Die nominelle Missionsdauer von ABRIXAS ist auf drei Jahre ausgelegt. Man rechnet damit, daß er innerhalb dieser Zeit mehr als 10000 neue Röntgenquellen im Energiebereich oberhalb von 2 keV entdecken wird.





