Als der Mond sich aus den Trümmern des Einschlags zusammenballte, bedeckte zunächst ein Ozean aus flüssigem Magma seine Oberfläche. Nach und nach kristallisierte das Gestein, wobei anfänglich erstarrende Felsen eine andere Mineralzusammensetzung besitzen als die Gesteine, die erst ganz zum Schluss fest wurden. Die Restschmelze, die schließlich in der Region des Mare Imbrium erstarrte, enthält hohe Anteile von so genannten inkompatiblen Elementen, die mit den Mineralen der typischen Mondgesteine keine Verbindung eingingen. Unter den inkompatiblen Elementen ist auch Wolfram. Hafnium dagegen ist in Mineralien wie Ilmenit und Pyroxen zu finden, die vorher kristallisierten.
Wegen dieser unterschiedlichen Eigenschaften konnten Kleine und Kollegen die Kristallisationsgeschichte des Magmaozeans auf dem Mond nachvollziehen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich auf dem glutflüssigen Gestein vor 4527 Millionen Jahren eine erste Kruste bildete. Dieser Zeitpunkt markiert für sie daher die Geburt des Mondes. Auch für die Erde bedeutete der Zusammenstoß das Ende ihres Wachstums, sie nahm durch den Impakt noch etwa zehn Prozent an Gewicht zu. Wie die Forscher um Kleine schreiben, muss der Magmaozean innerhalb von weniger als 20 Millionen Jahren komplett erstarrt sein. Damit widerlegen sie Modelle, denen zufolge der Magmaozean über einen Zeitraum von 100 oder 200 Millionen Jahren existierte.




