Australische Wissenschaftler veröffentlichten jetzt Satellitenaufnahmen der aschehaltigen Rauchfahne des Vulkans Ätna. Die in 800 Kilometer Höhe aufgenommenen Bilder stammen von einem Infrarot-Sensor, dem so genannten Along Track Scanning Radiometer (ATSR) an Bord des ERS-2-Satelliten der European Space Agency (ESA).
Der ursprünglich am CSIRO Forschungs-Institut in Canberra entworfene Sensor, kann Vulkan-Asche in der Luft von normalen Wolken unterscheiden – zum Nutzen der Luftfahrt. Zusammen mit einem Industriepartner entwickeln die CSIRO-Forscher inzwischen den weltweit ersten Vulkanasche-Detektor als Bordinstrument für Flugzeuge.
Er soll Piloten rechtzeitig vor den gefürchteten Partikeln in der Luft warnen. Denn die harten und scharfkantigen Ascheteilchen von Vulkanausbrüchen stellen für Flugzeuge eine große Gefahr dar: Sie zerkratzen Fenster und Außenhaut der Flieger und verkleben in den Triebwerken. Ein Absturz kann die Folge sein. Für normales Radar sind sie nahezu unsichtbar. “Wenn eine Aschewolke in der Flugbahn auftaucht, gibt der Detektor den Piloten zehn Minuten Spielraum um ein Ausweichmanöver durchzuführen”, berichtet Colin Adam von CSIRO. Das neue Gerät könnte auch zu Einsparungen bei den Fluglinien führen, da eine verlässliche Ortung von Aschewolken die Zahl unnötiger Flugumleitungen vermindere, so Adam.
“Die australische Luftfahrtindustrie ist insbesondere wegen der Flüge über die vielen aktiven Vulkane in Japan, Südostasien und Neuseeland sehr besorgt”, erklärt Adam. Noch in 1.000 Kilometer Entfernung vom Vulkan könnten Aschewolken auftreten. Über 90 Flugzeuge hätten dadurch in den vergangenen 30 Jahren Schwierigkeiten bekommen.
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Almut Bruschke-Reimer





