Der Saturnmond Iapetus ist auf einer Seite pechschwarz, auf der anderen schneeweiß. Eine Erklärung für diesen Helligkeitsunterschied haben nun amerikanische Astronomen gefunden: Iapetus hat bei seiner Reise durch den Weltraum den Schmutz aufgesammelt, der in seiner Flugrichtung lag ? wie ein Auto bei einer Autobahnfahrt im Nieselregen, an dessen Frontscheibe sich aufspritzender Staub der anderen Fahrzeuge ablagert. Der schwarze Staub auf Iapetus stammt wohl von seinen Nachbarmonden, schreiben Gregory J. Black und seine Kollegen nach Beobachtungen am Arecibo Observatorium in Puerto Rico in der Fachzeitschrift Science.
Der drittgrößte Mond des
Saturn hat einen Durchmesser von 1.460 Kilometern und umrundet seinen Mutterplaneten in 80 Tagen. Eben so lange benötigt der Mond für eine Umdrehung um sich selbst. Astronomen sprechen in einem solchen Fall von einer gebundenen Rotation, die auch unser Erdmond zeigt. Somit zeigt stets die selbe Seite des Mondes in Flugrichtung. Dort hat sich eine wenige Zentimeter dicke Schicht aus Staub oder organischem Material angesammelt, schließen Black und sein Team aus ihren Radaruntersuchungen.
Das dunkle Material stammt vermutlich von den benachbarten Saturnmonden. Insbesondere der größte Saturnmond Titan steht im Verdacht, einen Teil seines atmosphärischen Materials an Iapetus abgegeben zu haben. Die helle Rückseite des ungleichen Himmelskörpers besteht dagegen hauptsächlich aus Wassereis. Kein anderer Mond im Sonnensystem zeigt solch auffällige Unterschiede zwischen seinen beiden Hemisphären.
Ein weiteres unerwartetes Ergebnis der Radarmessungen war die Entdeckung von Anzeichen einer festen Ammoniakschicht auf Iapetus. Die Verbindung könnte bei der Bildung des Saturn und seiner Monde in der Frühzeit des Sonnensystems eine bedeutende Rolle gespielt haben, wurde aber in früheren Messungen nie gefunden.
ddp/bdw ? Oliver Schmid