Themen wie Dunkle Materie, beschleunigtes Universum oder extrasolare Planeten machen den modernen Astronomen zu schaffen. Da geraten die Sterne, gleichsam der „Urstoff” der Astronomie, schon mal in Vergessenheit. Nicht so bei Harald Lesch und Jörn Müller. Lesch ist Professor für Theoretische Astrophysik und Moderator der ZDF-Reihe „Abenteuer Forschung”, Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität München. Ihr Buch ist eine solide und tiefgehende Zusammenfassung der aktuellen Sternphysik. Und die ist spannend. Wer in die Lektüre einsteigt, sollte allerdings in der Oberstufe gut aufgepasst haben und sich von Begriffen wie hydrostatisches Gleichgewicht, Kappa-Mechanismus oder Fermi-Druck nicht abschrecken lassen.
Sterne sind Gaskugeln, die leuchten, weil in ihrem Innern eine Kernfusion abläuft. Auf diese Weise bringen sie das Licht in die Welt. Aber so einfach ist die Sache nicht. Sterne werden geboren und entwickeln sich, sie erleben Energiekrisen und müssen eines Tages sterben. Im Stil eines unterhaltsamen Lehrbuchs beschreiben Lesch und Müller in 14 Kapiteln alle Facetten dieses wechselvollen Lebens. Mancher wird die Formeln im Anhang als willkommene Dreingabe sehen. Zum Verständnis sind sie nicht notwendig, denn die Autoren erklären gut nachvollziehbar, präzise und korrekt für den, der sich auf das Thema einlässt und physikalische Vorkenntnisse mitbringt. Nur die Aussage, dass Galileo Galilei das Fernrohr erfunden hat, sollte in einer Neuauflage schleunigst korrigiert werden. Helmut Hornung
Harald Lesch, Jörn Müller WEISST DU, WIE VIEL STERNE STEHEN? C. Bertelsmann, München 2008 320 S., € 19,95 ISBN 3–570–01054–6





