Wenn die Atmosphäre viel Kohlendioxid enthält, steht dem Meeresplankton weniger Kohlenstoff zur Verfügung, um seine Kalkschalen aufzubauen. Das berichten Stephen Barker und Henry Elderfield von der University of Cambridge im Fachblatt Science (Bd. 297, S. 833).
Umgekehrt werden die Schalen dicker, wenn der CO2-Gehalt niedrig ist, beobachteten die Forscher an den Schalen winziger Planktontierchen, so genannter Foraminiferen, aus einem Bohrkern aus dem Nordatlantik. Während des Höhepunktes der letzten Eiszeit, als die Kohlendioxidkonzentration nur etwas mehr als die Hälfte der heutigen Konzentration betrug, waren die Schalen am dicksten. Nach der Eiszeit nahm die Schalendicke dann rapide ab.
Damit stellen die Forscher die bisherige Vorstellung in Frage, dass der Aufbau von Kalkschalen bei Meereslebewesen vor allem von der Temperatur abhängt. Demnach hätten die Schalen in der Eiszeit nämlich dünner sein müssen. Die Forscher erklären das Phänomen folgendermaßen: Je mehr CO2 die Atmosphäre enthält, desto saurer wird das Oberflächenwasser im Meer. Bei niedrigerem pH-Wert sinkt die Konzentration der Karbonat-Ionen, die Korallen, Foraminiferen und andere Tiere für den Aufbau ihrer Kalkschalen brauchen.
Die Forscher schreiben, dass man Foraminiferen-Schalen nutzen könnte, um den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre in der Vergangenheit besser zu rekonstruieren. Außerdem ließe sich mit Hilfe der Schalendicke der Tiere auch herausfinden, welche Meeresgebiete für Schwankungen des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre die größte Rolle spielen.
Ute Kehse





