Als erstes Zielobjekt diente laut Institut der junge Sternhaufen NGC 3603 in unserer Galaxie, der Milchstraße. Im Sternbild Carina hätten die Astronomen “zahllose” neu entstandene Sterne beobachtet.
Gemeinsam mit der Kamera wurde ein unter französischer Leitung gebautes Instrument für adaptive Optik (Naos) installiert, das während der Aufnahme laufend die durch die Luftunruhe verursachte Bildunschärfe korrigiert. Das System präsentiere Bilder, die “so scharf sind, als wenn es im Weltraum wäre”, teilte die ESO in Garching bei München mit.
Conica und Naos könnten zusammen sogar astronomische Aufnahmen liefern, die jene des Weltraumteleskops Hubble an Empfindlichkeit und Schärfe weit übertreffen, teilte das MPIA mit. Das Hubble-Weltraum-Teleskop sei dennoch nicht überflüssig: Erstens arbeite Hubble vor allem im sichtbaren Bereich des Lichtes und zweitens könne Conica nur bestimmte Regionen des Alls abbilden. Im Bereich des nahen Infrarot (Wellenlänge etwa ein millionstel Meter) kann Conica laut MPIA einen auf dem Mond liegenden fünfzig Meter großen Fels abbilden.
Entwickelt und gebaut wurde die rund eine Tonne schwere Conica unter Federführung von Rainer Lenzen vom Heidelberger MPIA in Zusammenarbeit mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching und der ESO.
Conica arbeitet auf dem 2600 Meter hohen Cerro Paranal in den chilenischen Anden an dem vierten 8-Meter-Teleskop des VLT. Ähnlich wie man bei einem Fotoapparat Objektive mit unterschiedlichen Brennweiten auswechseln kann, lassen sich im Innern von Conica sieben Einzelkameras wählen. Die Materialkosten von rund 2,3 Millionen Mark (rund 1,17 Millionen Euro) übernahm die ESO.





