Diese Veränderungen schreibt Ruddiman den frühen Bauern in Europa, Indien und China zu: Um ihr Land nutzbar zu machen, holzten sie große Teile des Waldes ab. Dadurch waren nicht mehr genügend Bäume vorhanden, um das Kohlendioxid der Luft zu binden und in Sauerstoff umzuwandeln. In der Folge stieg der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre an. Auf den gerodeten Feldern begannen die Bauern dann, Reis anzupflanzen und Kühe zu halten ? und trieben damit auch den Methangehalt der Luft nach oben.
Der Klimaforscher geht sogar noch weiter: Die so genannte kleine Eiszeit, die etwa 1300 nach Christus begann und einige Jahrhunderte andauerte, war seiner Ansicht nach eine logische Folge der Pest. Diese verheerende Krankheit richtete große Teile der europäischen und asiatischen Bevölkerung zu Grunde, so dass Felder und Dörfer brachlagen und nach und nach wieder von Wald überwachsen wurden ? was sowohl den Methan- als auch den Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre wieder verringerte.
Ruddimans Berechnungen ergaben, dass die Temperaturerhöhung durch die frühe Landwirtschaft bereits vor dem Jahr 1700 etwa 0,8 Grad betragen hat. Sollten diese Schätzungen stimmen, wäre das genau die gleiche Erwärmung, die der Menschheit seit Beginn der Industrialisierung zur Last gelegt wird. Ruddimans Ansätze sind jedoch sehr umstritten: Während einige Wissenschaftler meinen, eine weitere Untersuchung der These sei absolut notwendig, sind andere eher skeptisch und halten die Vermutungen für zu spekulativ.





