Nordwestlich des großen Marsvulkans Arsia Mons haben Wissenschaftler von der Universität Arizona riesige Kanäle entdeckt, die teilweise unter Lavaflüssen, vulkanischer Asche und Staub begraben sind. Die Kanäle sind zehn Mal größer als das bisher größte bekannte Kanalsystem auf dem Mars, Kasei Valles, und dürften auf dem Höhepunkt einer Flut 50.000 Mal soviel Wasser wie der Amazonas geführt haben. Die Entdeckung, über die James Dohm und Kollegen in den Geophysical Research Letters berichten, gelang den Forschern mit dem Laser-Höhenmessgerät an Bord der Raumsonde Mars Global Surveyor.
Der Fund stützt die Theorie von Dohm und anderen Planetenforschern, dass es auf dem Mars wiederholt feuchte Perioden gab, die durch vulkanische Aktivität ausgelöst wurden. Demnach sind im Marsboden große Mengen Eis gespeichert, das plötzlich aus der Erde hervorsprudelt, wenn die Hitze der Vulkane es schmilzt. Das muss den Forschern zufolge mehrmals in der Marsgeschichte passiert sein, möglicherweise auch in jüngerer Vergangenheit. Die Wasserfluten sammelten sich im Norden des Planeten in einem flachen Ozean. Die Wassermassen, die sich durch die neu entdeckten Kanäle wälzten, dürften den Ozean in acht Wochen gefüllt haben, falls er etwa ein Drittel der Größe des Indischen Ozeans hatte. Wahrscheinlich löste vulkanisches Kohlendioxid einen Treibhauseffekt aus, so dass die Temperaturen zumindest zeitweise über dem Gefrierpunkt lagen. Regen und Schnee dürften das Kohlendioxid jedoch schnell wieder aus der Mars-Atmosphäre gefiltert haben, so dass die Warmzeit nur ein kurzes Zwischenspiel blieb – bis zum nächsten Vulkanausbruch.





