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Vergrabenes Vermögen
Archäologie

Vergrabenes Vermögen

Acht goldene Münzen mit römischen Porträts und lateinischer Inschrift. picture alliance / dpa / Friso Gentsch

Die Region Kalkriese nordöstlich von Osnabrück ist als Schauplatz römisch-germanischer Kriege bekannt. Vielfache Münzfunde weisen darauf hin, dass hier auch die legendäre Varusschlacht (9 n. Chr.) stattgefunden hat.
Autor
Redaktion
17. April 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Archäologie
Die Region Kalkriese nordöstlich von Osnabrück ist als Schauplatz römisch-germanischer Kriege bekannt. Vielfache Münzfunde weisen darauf hin, dass hier auch die legendäre Varusschlacht (9 n. Chr.) stattgefunden hat.

2000 Jahre später, 2016, stießen Archäologen auf dem Oberesch auf einen sensationellen Fund: Sie förderten acht gut erhaltene Goldmünzen (siehe Bild rechts) zutage, die das Porträt von Augustus, dem ersten römischen Kaiser, zeigen. Weil römische Goldmünzen nördlich der Alpen eher selten entdeckt werden, werten Experten den Fund als „außerordentlichen Glücksfall“. 2017 schlug das Metallsuchgerät erneut an: Diesmal gab der Boden einen Hortfund von 220 Silbermünzen frei. Die Münzen stammen überwiegend aus der Regierungszeit von Augustus (27 v. Chr.–14 n. Chr.).

Der Raum Kalkriese zählt zu den größten Münzfundstätten in Deutschland. Die umfangreiche Sammlung aus Gold-, Silber- und Kupfermünzen ist im Museum und Park Kalkriese ausgestellt. Aus der relativ konzentrierten Streuung der Fundorte schließen Altertumsforscher, dass hier ein militärisches Großereignis, höchstwahrscheinlich die Varusschlacht, stattgefunden hat.

Bei den 220 Silbermünzen handelt es sich möglicherweise um einen Teil einer römischen Truppenkasse. Den Goldschatz hat vermutlich ein Offizier oder ein höhergestellter römischer Soldat vor einem Gefecht oder auf der Flucht vor den Germanen des legendären Cheruskerfürsten Arminius verloren oder in aller Eile im Boden verscharrt, aber nicht mehr gehoben.

Goldmünzen hatten schon im antiken Rom einen hohen Wert. Mit einem Aureus, so die lateinische Bezeichnung, konnte ein Mann in Rom einen Monat lang seine Familie ernähren. Die in Kalkriese entdeckten acht Goldmünzen waren ein kleines Vermögen und entsprachen etwa dem Jahreslohn eines Legionärs. Die je 8,19 Gramm wiegenden Münzen zeichnet ein hoher Feingehalt aus. Sie galten im gesamten Römischen Reich als uneingeschränktes Zahlungsmittel (Kurantmünzen) bis zum 4. Jahrhundert n. Chr.

Die acht Goldmünzen wurden zwischen 2 v. Chr. und 4/5 n. Chr. in Lugdunum (Lyon) geprägt. Die Vorderseite zeigt den lorbeerbekränzten Kopf des Kaisers Augustus und trägt die Inschrift: „CAESAR AVGVSTVS DIVI F[ilius] PATER PATRIAE“. Auf der Rückseite ließ der „Sohn des Vergöttlichten“ seine ursprünglich designierten Nachfolger einprägen – die von ihm adoptierten Enkel Gaius und Lucius Caesar, von deren Namen Numismatiker die Typenbezeichnung Gaius/Lucius-Münze herleiten. Augustus’ Nachfolger wurde jedoch sein Stiefsohn Tiberius, der nach dem frühen Tod der beiden Prinzen zum Zug kam.

Autor: Rudolf Gruber

Info

Augustus (63 v. Chr.–14 n. Chr.), Großneffe, Adoptivsohn und Haupterbe Julius Caesars, ging nach dessen Ermordung siegreich aus den Bürgerkriegen hervor und begründete als erster römischer Kaiser das Prinzipat. Er galt als großer Reformer, der die Verwaltung, die Justiz, das Steuersystem und das Militär modernisierte und eine über 200 Jahre währende Zeit des Friedens und Wohlstands („Pax Romana“) ermöglichte.

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