“Die Leuchtkraft der meisten Supernovae wird durch radioaktiven Zerfall sehr kurzlebiger Elemente gespeist”, sagt Quimby. “Aber die neuen Supernovae leuchten viel länger, sie verblassen erst nach 50 Tagen.” Teilweise bleiben sie jahrelang sichtbar. Es müsse also einen anderen Mechanismus geben, der für die extreme Helligkeit verantwortlich ist.
Die Forscher haben zwei mögliche Erklärungen. Ein extrem schwerer Stern könnte das Leuchtfeuer erzeugen. Hundert Sonnenmassen schwere Giganten sprengen Modellen zufolge zuweilen ihre äußere, wasserstofffreie Schale ab. Wenn sich ihr Brennstoff erschöpft, könnte die Explosion die abgesprengte Hülle extrem aufheizen und auf die beobachteten Geschwindigkeiten beschleunigen.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass ein so genannter Magnetar hinter der kosmischen Leuchterscheinung steckt. Diese rotierenden, magnetischen Neutronensterne bleiben manchmal nach Supernova-Explosionen übrig. Wird solch ein Magnetar nach seiner Geburt abgebremst, weil er in einer Wolke geladener Artikel kreist (ähnlich wie eine Wirbelstrombremse), kann die freiwerdende Energie ebenfalls die Supernova-Trümmer extrem aufheizen und zum Leuchten bringen.
Da die neuen Supernovae fast hundertmal heller strahlen als ihre ? relativ kleinen und weit entfernten ? Heimatgalaxien, liefern sie Astronomen eine willkommene Hintergrundbeleuchtung. Die Forscher können die Zusammensetzung des interstellaren Gases auf dem Weg zwischen den neuen Supernovae und der Erde messen. So können sie zum Beispiel die Geburtsstätten junger Sterne in fernen, primitiven Galaxien durchleuchten.





