Der US-Forschungssatellit Quick Bird ist am Dienstag nach dem Start in Russland auf dem Weg zu seiner Umlaufbahn verloren gegangen. Die Bodenkontrolle der russischen Raketenstreitkräfte, die den Satelliten von Plessezk in Nordrussland abgefeuert hatten, suchte ihn im Himmel und auf der Erde. Nach ersten Untersuchungen versagte nach dem Start um 01.00 Uhr MEZ die zweite Stufe der Kosmos-Trägerrakete, so dass der Satellit außerhalb der Reichweite für Funksignale geriet.
Einer Theorie zufolge könnte Quick Bird “auf einer ballistischen Kurve” in Brasilien abgestürzt sein, erklärten die Experten nach Angaben der Agentur Interfax. Möglich sei auch, dass er die Umlaufbahn in 600 Kilometer Höhe nicht erreicht habe, sondern unsichtbar für die Peilgeräte auf einer wesentlich tieferen Bahn um die Erde fliege. Weder aus Brasilien noch aus anderen Weltgegenden gab es Angaben über einen Satellitenabsturz. Eine genaue Analyse des Fehlschlags sei erst nach Auswertung der Daten aus allen russischen Beobachtungsstationen möglich, erklärte das Militär.
Quick Bird war den Angaben nach etwa drei Meter lang, maß zwei Meter im Durchmesser und wog 950 Kilogramm. Die amerikanischen Betreiber wollten Quick Bird und einen Schwestersatelliten für kartographische Aufnahmen und die Erkundung von Bodenschätzen einsetzen. Der Markt für derartige Weltraumaufnahmen werde auf jährlich eine Milliarde US-Dollar (2,29 Mrd. DM) geschätzt, hieß es.
dpa





