erreicht.
Im Laufe der Erdgeschichte ereigneten sich noch mehrere weitere Flutbasalt-Eruptionen im Zusammenhang mit Massensterben. Allerdings war es bislang rätselhaft, wieso der Vulkanismus das Leben auf der Erde so massiv störte: Die Eruptionen setzten Berechnungen zufolge nicht mehr Kohlendioxid oder Schwefeldioxid frei als heute durch die Verbrennung fossiler Energieträger in die Luft gelangt. Viele Forscher vermuteten daher, dass das sibirische Magma größere Kohlevorkommen verbrannte, als es zur Oberfläche stieg. Dabei seien große Mengen an schädlichen Rauchgasen entstanden, die das Meer versauern ließen, während an Land Sauerstoffmangel herrschte.
Stephan Sobolev und seine Kollegen untersuchten nun die chemische Zusammensetzung der sibirischen Flutbasalte und stellten fest, dass sie nicht aus ursprünglichem Mantelgestein bestehen, sondern bis zu 20 Prozent recycelter Ozeankruste enthalten. Ozeanische Erdkruste schiebt sich seitlich über den Meeresboden und versinkt spätestens 200 Millionen Jahre nach ihrer Geburt wieder im Erdinneren. Offenbar hatte sich der sibirische Plume auf seinem Weg nach oben ein Stück uralter, versunkener Ozeankruste einverleibt.
Dadurch war das Gestein ungewöhnlich schwer, zeigen Modellrechnungen der Forscher. Der Plume hob die Erdkruste nicht an, sondern schmolz sich von unten wie ein Schneidbrenner durch den eurasischen Kontinent hindurch. Insgesamt wurden sechs bis acht Millionen Kubikkilometer Magma erzeugt, schreiben Sobolev und Kollegen. An der vordersten Front des Plumes sammelten sich den Forschern zufolge große Gasmengen, vor allem Kohlendioxid und Chlorwasserstoff. Diese Gase stammten vorwiegend aus der recycelten Ozeankruste. Sie bahnten sich noch vor der Hauptphase des Vulkanismus einen Weg an die Oberfläche und lösten das Massensterben aus, vermuten die Forscher. Ihre Berechnungen zeigen, dass etwa 170 Gigatonnen CO2 und 18 Gigatonnen Chlorwasserstoff freigesetzt wurden.





