Hochenergie-Teilchenphysikern am Europäischen Kernfor-schungszentrum CERN in der Nähe von Genf ist es vermutlich zum ersten Mal gelungen, ein Quark-Gluon-Plasma zu erzeugen. Dieser Materiezustand herrschte im Universum rund eine hundertstel Sekunde nach dem Urknall. Die Temperatur war damals so hoch, daß es keine Atomkerne geben konnte: eine Trillion Grad – zehntausendmal heißer als im Zentrum der Sonne.
Die Existenz des Quark-Gluon-Plasmas wurde vom Standardmodell der Materie schon vor Jahrzehnten vorausgesagt. Das Modell beschreibt unter anderem, daß Neutronen und Protonen aus Quarks aufgebaut sind, die von Gluonen zusammengehalten werden. Gluonen sind die Überträgerteilchen der starken Wechselwirkung – der stärksten aller Naturkräfte.
Heute gibt es keine freien Quarks mehr – sie kommen stets als Zweier- oder Dreiergruppe vor. Bei extrem hohen Temperaturen befreien sich die Quarks jedoch voneinander und gehen zusammen mit den Gluonen in ein Gemisch über, das die Physiker als Quark-Gluon-Plasma bezeichnen.





