Uranus ist nicht allein: Gleich drei Asteroiden umkreisen die Sonne offenbar nicht nur auf ähnlichen Bahnen wie der Gasplanet, sondern auch in einer ähnlichen Zeit. Das haben spanische Forscher jetzt nachgewiesen. 84 Erdenjahre braucht der Planet, ebenso wie die Asteroiden. Alle drei gehören zu den sogenannten Zentauren, einer Gruppe von kleineren Himmelskörpern, die zwischen Saturn und Neptun ihre Kreise ziehen. Einer der Begleiter ist zudem ein klassischer Trojaner er eilt dem Jupiter im Abstand von 60 Grad auf seiner Bahn voraus.
Von Crantor, dem mit einem Durchmesser von 70 Kilometern größten der drei Asteroiden, vermuten Astronomen schon seit ein paar Jahren, dass seine Bahn in Resonanz mit der des Uranus steht. Das heißt: Die Umlaufzeiten der beiden verhalten sich so zueinander, dass sie sich regelmäßig gegenseitig durch ihre Schwerkraft beeinflussen. Im Fall von Crantor und Uranus ist das Verhältnis dieser Umlaufzeiten ziemlich exakt 1:1 sie brauchen also genau gleich lange, um einmal die Sonne zu umkreisen. Das konnten Carlos de la Fuente Marcos und Raúl de la Fuente Marcos von der Universidad Complutense de Madrid jetzt mit Hilfe einer Computersimulation bestätigen. Bei einem zweiten Kandidaten verhärtete sich der Verdacht einer Bahnresonanz dagegen nicht die Umlaufzeiten lagen zu weit auseinander.
Gekippt und verzogen
Crantor nutzt allerdings nicht ganz exakt die gleiche Bahn um die Sonne wie Uranus. Sein Orbit ist im Vergleich zu dem von Uranus leicht verschoben und zudem etwas geneigt. Würde man auf Uranus reisen, sähe es daher aus, als käme Crantor dem Planeten immer wieder auf einer hufeisenförmigen Bahn näher und würde sich dann wieder etwas entfernen. Diese Instabilität des Orbits komme durch den Einfluss des nahen Saturns zustande, erläutert Carlos de la Fuente Marcos.
Ähnlich wie Crantor zieht auch der zweite Begleiter von Uranus, ein Asteroid namens 2010 EU65, seine Bahnen. Auch er braucht ziemlich genau 84 Jahre für seine Reise um die Sonne, und auch er scheint sich dem Planeten auf einer hufeisenförmigen Bahn zu nähern und sich wieder zu entfernen. Seine Bahn ist jedoch weniger exzentrisch als Crantors, so dass die Unterschiede in der Annäherung nicht ganz so ausgeprägt ausfallen. Ansonsten ist eher wenig über den zweiten Kandidaten bekannt: Sein Durchmesser liegt wohl zwischen 30 und 90 Kilometern und seine Oberflächenhelligkeit kann sowohl der eines dunklen Nadelwaldes als auch der von Eisschollen ähneln.
Getreuer Begleiter
Der Orbit von 2011 QF99, dem dritten im Bunde, ähnelt der des Uranus am stärksten. Der etwa 60 Kilometer große Brocken erscheint eher dunkel und ist der erste bekannte Trojaner des Uranus: Er befindet sich auf einem Punkt, an dem der Schwerkraft-Einfluss von Uranus und Sonne genau gleich groß sind. Daher bleibt er seinem Begleiter Uranus immer ein ganzes Stück voraus und hält auch immer etwa den gleichen Abstand.
Vermutlich wird Uranus noch mindestens einige Millionen Jahre zusammen mit seinen drei Begleitern seine Bahnen ziehen. Ob die Orbits der Zentauren auch noch länger stabil bleiben, können die Astronomen bisher noch nicht sagen.
Mitteilung des Servicio de Información y Noticias Científicas SINC © wissenschaft.de Ilka Lehnen-Beyel





