Das nun veröffentlichte Bild ist aus tausend Einzelbildern zusammengesetzt, die zwischen April und August 2007 aufgenommen wurden. Die teilweise fünf Kilometer hohen Hochländer erscheinen blau, die tiefen Ebenen leuchten rot und orange. Dort liegen die Temperaturen im Schnitt um 40 Grad Celsius höher als in den Gebirgen.
“Die Auflösung der Bilder ist durch die dicke Atmosphäre der Venus stark eingeschränkt, so als ob man durch eine zugefrorene Scheibe schaut und nur Silhouetten erkennen kann”, erklärt Wojciech Markiewicz vom Max-Planck-Institut in Katlenburg Lindau. Auf der neuen Aufnahme sind Strukturen mit einer Größe von 50 Kilometern gerade noch zu erkennen. “Dennoch können wir aus der Umlaufbahn heraus sehr viel über die Oberfläche erfahren”, ist sich Markiewicz sicher. Durch den Vergleich mit den Radarmessungen der früheren Magellan-Mission wollen die Forscher beispielsweise die Mineralien erkunden, die sich auf der Venus-Oberfläche befinden. Einige Teile der Hochländer warfen die Radarstrahlung besonders stark zurück, was auf elektrisch leitfähige oder magnetische Gesteine schließen lässt.
Die große orangerote Region auf dem neuen Bild trägt den Namen Hinemoa Planitia und ist typisch für den größten Teil der Venus-Oberfläche. Nach Meinung von Planetenforschern entstanden Tiefländer wie Hinemoa Planitia vor 700 Millionen Jahren durch gewaltige Vulkanausbrüche, die die Oberfläche der Venus fast komplett umgestalteten. Eine Bruchzone, an der die Forscher vulkanische Tätigkeit vermuten, ist auf dem Bild ebenfalls zu erkennen.





