Seit Langem wird darüber diskutiert, ob die elektromagnetischen Strahlen von Mikrowellengeräten gefährlich sind. Immer wieder heißt es, dass das Erhitzen von Speisen und Flüssigkeiten mit Mikrowellen unerwünschte chemische Reaktionen hervorrufen kann, die gesundheitsschädlich sind. Österreichische Forscher der Universität Graz geben jetzt Entwarnung. Das Team um C. Oliver Kappe kann belegen, dass Mikrowellen keine nicht-thermischen Nebeneffekte haben.
Die Chemiker hatten für ihre Untersuchung Flüssigkeiten in ein Reagenzglas aus Siliziumkarbid gefüllt und es mit Mikrowellen bestrahlt. Siliziumkarbid absorbiert die Strahlen beinahe vollständig, sodass sie nicht zum Inhalt des Gefäßes vordringen können. Zum Vergleich erhitzten die Wissenschaftler Flüssigkeiten in einem normalen Reagenzglas in der Mikrowelle. Dann analysierten sie die chemischen Prozesse. Kappe wollte herausfinden, ob diese unterschiedlich ablaufen – je nachdem, ob eine Flüssigkeit direkt im Reagenzglas durch Mikrowellen erhitzt wird oder ob die Substanz indirekt durch die Hitze des Gefäßes aus Siliziumkarbid erwärmt wird.
Das Ergebnis war eindeutig: Bei den Versuchen ergaben sich keinerlei Unterschiede, die Reaktionen liefen genau gleich ab. Kappe fasst seine Studie zusammen: „Andere Auswirkungen als der thermische Effekt der Strahlen ließen sich nicht feststellen.”





