Die Forscher können sich das Verhalten der Atome bisher noch nicht erklären. “Das kommt für die Welt der Chemiker völlig überraschend”, sagt Zare. “Offenbar ist selbst eine ‘einfache’ chemische Reaktion ein komplizierterer Prozess als bisher gedacht.”
Wenn eine Billardkugel auf zwei still liegende Kugeln prallt, erwarten Spieler, dass die Bälle anschließend in unterschiedliche Richtungen zerstoben. Dass sich dieses Bild nicht auf die Welt der Atome übertragen lässt, haben kürzlich amerikanische Chemiker beobachtet. Über ihren Fund berichtet das Magazin “Nature” (Bd. 416, S. 67).
Die Forscher um Richard Zare von der Stanford-Universität ließen ein Wasserstoffatom auf ein Molekül aus zwei schweren Wasserstoff-Isotopen, dem Deuterium, prallen. Erwartungsgemäß schlug das aufprallende Atom ein Deuteriumatom aus dem Molekül und ersetzte es. Die Forscher gingen davon aus, dass anschließend die neu entstandenen Partikel in verschiedene Richtungen auseinander fliegen. Ganz unerwartet passierte eine kurze Zeitspanne jedoch nichts. Nach der Wartezeit flog das neue Wasserstoff-Deuterium-Molekül dann auf genau der Bahn weiter, in der sich bereits das Wasserstoffatom befunden hatte.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





