Für die zweite Mannschaft der internationalen Raumstation ISS hat am Montag ein langer Abschied von ihrem schwebenden Arbeitsplatz begonnen. Einen Tag nach der Ankunft der amerikanischen Raumfähre Discovery gingen die ersten Aufgaben an die drei «Neuen» über.
Die Ouvertüre von Rossinis Oper «Der Barbier von Sevilla» weckte Astronauten und Kosmonauten um 11.23 Uhr MESZ zum Wachwechsel, der endgültig aber erst in einer Woche vollzogen wird, wenn die Discovery wieder von der ISS-Station ablegt. Am Montag sollte außerdem der italienische Leonardo-Umzugscontainer mit dem Roboterarm aus der Ladebucht des Shuttle zur Raumstation gehoben werden – Auftakt zum Umpacken von mehr als drei Tonnen wissenschaftlicher Geräte und Ausrüstung. Dazu gehört auch eine neue Schlafkabine, die in einem leeren Teil des Forschungslabors «Destiny» untergebracht werden soll. Während des Aufenthalts sind zwei Ausstiege von jeweils sechseinhalb Stunden Dauer in den Weltraum vorgesehen.
Der Raumtransporter mit dem neuen amerikanischen Kommandanten Frank Culbertson (52) sowie den beiden Russen Wladimir Deschurow (39) und Michail Tjurin (41) hatte am Sonntag in 400 Kilometer Höhe über dem nordwestlichen Zipfel Australiens zum Rendezvous angedockt. In der Raumstation erklang Johann Strauß’ Walzer «An der schönen blauen Donau», als Discovery-Kommandant Scott Horowitz die Fähre näher dirigierte.
Der scheidenden ISS-Chef Juri Usaschew und seine Kollegen aus den USA, James Voss und Susan Helms, sind bereits seit Anfang März in der Station. Wenn sie am 20. August abreisen, werden sie 167 Tage in der Station verbracht haben. Auf die Erde sollen sie mit dem Shuttle am 22. August zurückkehren.
Die neue Mannschaft bleibt bis Anfang Dezember ausharren. Nach monatelangen hektischen Bauarbeiten soll es nun jedoch eine Phase der Konsolidierung geben. Während die scheidende Crew ständig mit Anbauten beschäftigt war, wird sich die Ablösung mehr auf die Forschung konzentrieren können. In den vergangenen 13 Monaten hatte im Orbit mit 14 amerikanischen und russischen Flügen zur ISS – darunter auch der Charterflug mit dem US-Weltraumtouristen Dennis Tito – ein ständiges Kommen und Gehen geherrscht.
Die Discovery war am Freitagabend nach mehreren Verschiebungen vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet.
dpa





