Olsen und Mandea analysierten nun die Aufzeichnungen der Satelliten Ørstedt und Champ sowie von irdischen Observatorien aus den Jahren 1999 bis 2007, um zeitliche Veränderungen des Magnetfeldes an der Grenze zwischen Erdkern und Erdmantel aufzuspüren. Wie sie schreiben, lassen sich solche Schwankungen direkt in Bewegungen der Flüssigkeit an der Oberfläche des Erdkerns umrechnen. Dabei stellten die beiden Forscher fest, dass sich das Feld innerhalb weniger Monate überraschend schnell veränderte. Die Beschleunigung, die auf die Eisenströme wirkt, müsse etwa hundertmal so groß sein wie bislang angenommen.
Das Eisen im Erdkern unterliegt nicht nur magnetischen Kräften, sondern auch dem Auftrieb und der Coriolis-Kraft, die durch die Erddrehung zustande kommt. Im Großen und Ganzen bleiben die Wirbel und Walzen aus flüssigem Eisen ortsfest und verändern sich nur langsam. Dadurch erzeugen sie die langfristigen Veränderungen des Erdmagnetfeldes.
Was die kurzfristigen Änderungen verursacht, können Olsen und Mandea nicht erklären. Sie schreiben aber, dass der magnetische Schluckauf ihren Beobachtungen zufolge parallel zu Schwankungen der Tageslänge verläuft. Eine Verlagerung der Eisenströme könnte beide Effekte hervorrufen. Die Ergebnisse der Studie können dabei helfen, Modelle des Geodynamos zu verbessern, schreiben die beiden ? um womöglich in Zukunft sein kapriziöses Verhalten besser verstehen zu können.





