Der San-Andreas-Graben in Kalifornien bildet die Grenze zwischen der nordamerikanischen und der pazifischen Kontinentalplatte. Wenn sich beide Platten gegeneinander verschieben erzeugen sie dabei kleine und große Erdbeben.
Mehr als 100 Wissenschaftler aus der ganzen Welt waren vom 6. bis 8.September in Stanford zusammengekommen, um ihre Forschungsergebnisse zu diskutieren. “Wir haben große Fortschritte gemacht. Aber bei einigen Problemen stehen wir immer noch vor den alten Fragen”, sagt Robert Kovach, ebenfalls von der Stanford-Universität.
Eines der ungelösten Probleme ist das Wärmefluss-Paradoxon. Bei der Reibung der Platten aneinander sollte eigentlich Wärme erzeugt werden. Es wird auch Wärme erzeugt, sagt Kovach. “Aber sie scheint auf mysteriöse Weise zu verschwinden und wir verstehen nicht ganz, warum.”
Eine Erklärung, die auf der Tagung präsentiert wurde, geht davon aus, dass das Gestein des San-Andreas-Grabens schwächer ist als die ihn umgebende Erdkruste. Wenn sich nun die Kontinentalplatten bewegen und ineinander verhaken baut sich Spannung auf. Schwaches Gestein gibt allerdings bereits bei kleinen Spannungen nach. Reibungswärme wird aber erst beim Lösen dieser Spannungen erzeugt und hängt von der Größe der Spannung ab. Somit entsteht im San-Andreas-Graben möglicherweise weniger Wärme als es die bisherigen Theorien vorhersagen. Man weiß, dass sich in Nordkalifornien große Spannungen aufbauen, während die Platten in Zentralkalifornien langsam
aneinander vorbeikriechen.
Trotz seiner Enttäuschung zieht Amos Nur ein positives Fazit: “Ich glaube, dass wir vor einer Revolution stehen. Wir haben mehr seismische Daten, leistungsfähigere Computer, href=”http://gibs.leipzig.ifag.de/cgi-bin/Info_hom.cgi?de” target=”_blank”>GPS und Satellitenbilder-Techniken als vor 10 Jahren. Wir betreten somit eine neue Ära der Erdbebenforschung und letztlich auch der Erdbebenvorhersage.”





