Die Forscher werteten mehrere Datensätze mit Wetteraufzeichnungen aus und verglichen die Muster mit den Voraussagen von Klimamodellen. Der Wechsel von der kalten Phase der Oszillation in die derzeitige warme Phase ereignete sich demnach Mitte der 1990er-Jahre. Von 1960 bis 1995 hatten im Nordatlantik kalte Temperaturen vorgeherrscht. Doch davor, von 1930 bis 1960, waren die Wetterverhältnisse von ähnlichen Mustern geprägt wie in den letzten Jahren.
Die Forscher halten es für wahrscheinlich, dass das Pendel demnächst wieder zurückschwingt. ?Ein Umschwung zu einem kühleren Nordatlantik ist wahrscheinlich und könnte sehr schnell vor sich gehen?, sagt Sutton. ?Das würde trockenere Sommer in Großbritannien und Nordeuropa begünstigen. Aber es ist schwer vorherzusagen, wann das genau passieren könnte.? Der letzte Wechsel von der warmen zur kalten Phase vollzog sich innerhalb von nur zwei oder drei Jahren.
Die Ursachen für die Atlantische Multidekaden-Oszillation sind bislang unklar. Paläoklima-Daten zeigen allerdings, dass der Atlantik schon seit Jahrtausenden alle paar Jahrzehnte von einer ungewöhnlich warmen in eine ungewöhnlich kalte Phase fällt. In den letzten Jahrzehnten wird dieser natürliche Rhythmus allerdings durch die vom Menschen verursachte globale Erwärmung überlagert. Auch andere Faktoren, etwa die Luftverschmutzung, könnten den Zyklus beeinflussen.





