Eine Trendwende beim Kohlendioxidausstoß ist nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin nicht in Sicht. Der weltweite Ausstoß des Treibhausgases CO2 lag im vergangenen Jahr um etwa 8 Prozent über dem Wert von 1990, hieß es am Dienstag im neuesten DIW-Wochenbericht. Fast kein Land der Erde befinde sich auf dem im japanischen Kyoto vorgezeichneten Reduktionspfad. Gründe seien der sich fortsetzende Bevölkerungsanstieg und das global wachsende Bruttoinlandsprodukt je Einwohner.
Mit einem Minus von 16 Prozent habe Deutschland innerhalb der EU den größten Beitrag zum Klimaschutz geleistet. In den 15 EU-Ländern zusammen genommen konnte die CO2-Emission in den vergangenen zehn Jahren leicht gesenkt werden. In den OECD-Ländern, die der Klima- Rahmenkonvention beitraten, habe sich der CO2-Ausstoß jedoch um 11 Prozent erhöht, in den anderen Ländern, die nicht beitraten, um rund 33 Prozent.
Das Land mit den höchsten Emissionen pro Kopf der Bevölkerung bleibe die USA. An der geschätzten weltweiten CO2-Emissionszunahme im betrachteten Zeitraum von rund 1,7 Milliarden Tonnen waren sie dem Bericht zufolge mit 800 Millionen Tonnen beteiligt. Den absolut stärksten Rückgang habe Russland mit fast einer Milliarde Tonnen verzeichnet.
Selbst das angestrebte in Kraft treten des Kyoto-Protokolls könne nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen Klimaschutz sein, hieß es weiter. Langfristig seien weitaus anspruchsvollere Reduktionsziele unabdingbar. Die Entwicklung der weltweiten Emissionen befinde sich noch nicht einmal im Einklang mit den bisher nur wenig ambitionierten Zielen. Gerade nach dem Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Prozess werde viel darauf ankommen, dass Europa seine Vorreiterrolle im Klimaschutz auch durch konkretes Handeln wirksam unterstreiche.
In Kyoto verpflichteten sich die Industrieländer zur Verminderung ihres Treibhausgas-Ausstoßes um im Schnitt 5,2 Prozent bis 2012 im Vergleich zu 1990.
dpa





