Klima oder Mensch?
Allerdings fielen auch die Klimaveränderungen am Ende der Eiszeit mit dem Ende der Megafauna in Südamerika zusammen. Wie auch in anderen Regionen der Erde, in denen große Tierarten in dieser Zeit verschwanden, stellte sich somit die Frage: Welcher Faktor war ausschlaggebend – Mensch oder Klima? Dieser Frage sind die Forscher um Alan Cooper von der University of Adelaide nun im Fall Patagonien nachgegangen. Für eine feine zeitliche Auflösung von Klimaeffekten und menschlichem Einfluss eignet sich der amerikanische Doppelkontinent ihnen zufolge besonders: Der Mensch drang vor rund 15.000 Jahren von Alaska im Norden bis in den äußersten Süden in nur etwa 1500 Jahren vor.
Bisher gab es allerdings keine präzisen Datierungen zum Aussterben der Megafauna im südlichen Südamerika. Um dies zu ändern, haben Cooper und seine Kollegen Knochenfunde aus Patagonien durch Analysen der darin enthaltenen fossilen DNA den ausgestorbenen Tierarten zugeordnet sowie Radiokarbondatierungen durchgeführt. “Das ist das erste Mal, dass wir im Zusammenhang mit einer Aussterbewelle die Faktoren Klimawandel und menschliche Jagd vergleichen konnten”, sagt Cooper.
Eine tödliche Kombination
Es zeichnet sich ab: Die Vertreter der Megafauna waren innerhalb einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne verschwunden: in nur etwa 100 Jahren um eine Zeit von vor 12.280 Jahren. Den Ergebnissen der Forscher zufolge war es in dieser Zeit offenbar auch der einzigen heute noch existierenden Großtierart schlecht ergangen: Aus der fossilen DNA der Funde von Guanakos ging hervor, dass ihre Bestände in der kritischen Zeitspanne stark eingebrochen waren. Wie die Forscher berichten, war der Mensch allerdings schon mindestens 1000 Jahre vor der großen Aussterbewelle in Patagonien angekommen. In dieser Zeit hat die Megafauna dem Druck demnach standgehalten. Doch dann kamen klimatischen Daten zufolge kritisch warme Zeiten hinzu. Offenbar war also erst die Kombination tödlich, denn auch Phasen von Klimakapriolen hatte die Megafauna vor der Ankunft des Menschen schon überstanden.
“Die menschliche Besiedlung hat offenbar nicht sofort zum Aussterben geführt, aber nur so lange es kalt blieb.1000 Jahre menschlicher Besiedlung verstrichen, bis schließlich eine schnelle Erwärmung eintrat – dann starb die Megafauna innerhalb von in hundert Jahren aus”, resümiert Cooper. Ähnliches könnte sich demnach auch in anderen Teilen der Welt abgespielt haben. Die Geschichte von Aussterben, Mensch und Klimawandel werden aber auch sicherlich noch weiterhin ein spannendes Thema bleiben.





