Saturns Riesenmond hat beim Vorbeiflug der europäisch-amerikanischen Raumsonde Cassini am 26. Oktober in 1200 Kilometer Entfernung einen Teil seiner Geheimnisse preisgegeben. Radarstrahlen, die etwa ein Prozent von Titans Oberfläche kartierten, zeigten ein sehr komplexes Terrain, das von geologischen Prozessen und Wind geformt wurde. „Wir haben nur wenige Krater gesehen. Das verrät, dass Titans Oberfläche recht jung ist”, sagt Jonathan Lunine von der University of Arizona in Tucson. Das Visible and Infrared Imaging Spectrometer hat zur gleichen Zeit Titans Atmosphäre analysiert, die 200 Kilometer mächtig ist und am Boden viermal dichter ist als die Lufthülle der Erde. Sie ist von einer Aurora aus feinsten Methantröpfchen umgeben. Über dem Südpol war eine große Methanwolke zu sehen. Anzeichen eines Magnetfelds hat Cassini bislang nicht entdeckt. Weitere Daten werden die Wissenschaftler beim nächsten Vorbeiflug am 13. Dezember gewinnen. Wenig später, am 25. Dezember, wird die europäische Landesonde Huygens von Cassini abgetrennt und antriebslos zu Titan fliegen, am 14. Januar 2005 in seine Atmosphäre eintauchen und von Fallschirmen gebremst auf der Oberfläche landen. „Alle von uns erwogenen Lande-Szenarien – ein harter Aufprall auf Eis, ein weicheres Niedergehen auf festem organischem Material oder ein Platschen in einen Kohlenwasserstoff-See – sind nach wie vor möglich”, sagt Mark Leese von der Open University in London, der als Programm-Manager für Huygens’ Messgeräte zuständig ist.





