Tante Gerda war zu Besuch gekommen. Sie ist zwar etwas schrullig und hat ständig etwas an mir auszusetzen – aber die Kinder mögen sie gern, denn sie nimmt sich viel Zeit für sie und bringt ihnen immer Geschenke mit. Als wir an der Kaffeetafel saßen, zog sie ein Leinenbeutelchen aus ihrer Handtasche, öffnete es und schüttete den Inhalt auf den Tisch. Zwischen Tellern, Tassen und Kuchenplatten rollten lauter Fünfmarkstücke umher. „ Kinder, das ist für euch”, sagte Tante Gerda. Christina, Sarah und Matthias stürzten sich sofort auf die Münzen, und jeder grabschte sich soviel er bekommen konnte. „Halt!”, rief Tante Gerda. Aber es war zu spät. Das Geld war schon in den Hosentaschen meiner Kinder verschwunden. „Ich habe eine Zeit lang alle Fünfmarkstücke, die ich entbehren konnte, in ein Sparschwein gesteckt. Eigentlich wollte ich, wenn ich 500 Münzen zusammen hätte, eine Reise nach Griechenland machen, aber so viele sind es nie geworden. Nun bezahlen wir mit Euros und nicht mehr mit Mark, und darum sollt ihr meine Fünfmarkstücke bekommen. Ihr könnt sie sicher noch auf einer Bank umtauschen.” Tante Gerda sah meine Kinder streng an. „Das Verteilen des Geldes habe ich mir allerdings etwas anders vorgestellt, als ihr es gemacht habt. Christina ist die Älteste – und hat deshalb schon am häufigsten Geschenke von mir erhalten. Sie soll ein Sechstel der Münzen bekommen. Sarah ist die Zweitälteste und soll deshalb ein Drittel der Fünfmarkstücke erhalten. Und Matthias als Jüngster die Hälfte der Münzen.” „Los, rückt das Geld wieder raus”, befahl ich, aber die Kinder wollten sich von ihrer Beute nicht wieder trennen. Meine Frau warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu, der mich als pädagogische Niete abstempelte. Dann nahm sie einen Kuchenteller und sagte: „Christina legt ein Sechstel ihrer Münzen auf diesen Teller, Sarah ein Drittel und Matthias die Hälfte.” Die Kinder gehorchten und legten die entsprechenden Anteile ihrer Beute hin. Dann teilte meine Frau den Inhalt des Tellers in drei gleichgroße Stapel auf, schob jedem der Kinder einen davon hin und sagte dann zu mir: „Siehst du, so macht man das.” „Aber deine Verteilungsmethode ist doch völlig unlogisch und hat nichts damit zu tun, wie Tante Gerda das Geld aufteilen wollte”, wandte ich ein. „Du mal wieder mit deiner Logik!”, entgegnete meine Frau schnippisch. „Glaube mir, ich mache das schon richtig.” Das tat ich natürlich nicht. Aber ich hielt es für klüger, zunächst einmal meinen Mund zu halten. Am Abend jedoch zählte ich die Münzen nach und musste feststellen, dass meine Frau Recht hatte: Jedes Kind erhielt tatsächlich den Anteil, den Tante Gerda ihm zugedacht hatte. Wissen Sie, wie viele Fünfmarkstücke in dem Leinenbeutel waren?
Die Lösung des April-Preisrätsels
Die Summe der zehn Ziffern beträgt 45. Verbindet man mehrere Ziffern zu einer Zahl, ergibt die Summe immer einen noch höheren Wert. Folglich muss mindestens ein Minuszeichen eingefügt werden, damit die Rechnung 40 ergeben kann. Das reicht auch tatsächlich aus. Durch systematisches Probieren findet man als einzige Lösung, die mit nur einem Minuszeichen auskommt, 12 + 3 + 4 + 5 + 6 – 7 + 8 + 9 + 0 = 40. Außerdem gibt es noch 37 weitere Lösungen mit mehr als einem Minuszeichen.
Die Gewinner
Das Los hat entschieden: Ingo Martinak, Vettweiss, erhält den Hauptgewinn, „Microsoft Autoroute 2004″. Buchpreise bekommen: Johann Brandt, Lünen; Manfred Müller-Späth, Ahrensburg; Helga Seywald, Salzburg/Österreich; Martin von Gagern, Wolnzach; Ehrengard von Klitzing, Quakenbrück. Wir gratulieren allen Gewinnern.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. Juli 2004 an:
bild der wissenschaft
Kennwort „Cogito 07 | 04″
Ernst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Oktober-Heft 2004 veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn sind zwei Taschenferngläser „Victory Compact 8×20″ von Carl Zeiss für den besseren Durchblick. Informationen bei www.zeiss.de. Buchpreise sind fünf Exemplare „ Wenn das Reptil ins Lenkrad greift” von Friedhelm Schwarz – ein spritziges Buch, das erklärt, warum Gesellschaft, Wirtschaft und Politik nicht den Regeln der Vernunft gehorchen. Siehe www.rororo.de.
Sind Sie noch im Bild der Wissenschaft?– Die richtigen Antworten
1b, 2ab, 3b, 4c, 5a, 6b, 7a, 8c, 9b, 10a





