Schwaden im Sternbild Segel des Schiffs: Bevor massearme Sterne wie unsere Sonne ausbrennen, geben sie einen Teil ihrer äußeren Hülle ins All ab. So entstehen Planetarische Nebel – eine irreführende Bezeichnung, denn mit Planeten haben sie entgegen früher Annahmen nichts zu tun. Oft gibt es komplexe Formen, beispielsweise beim Südlichen Ring-Nebel (NGC 3132), 2.000 Lichtjahre entfernt. Er hat einen Durchmesser von fast einem halben Lichtjahr und dehnt sich mit einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Sekunde aus. Erzeugt wurde er von dem Vorläufer des unscheinbaren ausgebrannten Weißen Zwergsterns im Zentrum, der in einer dichten Staubwolke steckt. Im Todeskampf hat er immer wieder Materie ins All geblasen. Das Resultat sind wenigstens acht Schichten von Gas- und Staubschalen, hier aufgenommen im nahen Infrarot bei 0,9 bis 4,7 Mikrometer Wellenlänge vom James Webb Space Telescope. Die Asymmetrie des Planetarischen Nebels insgesamt ergibt sich daraus, dass der Zentralstern von mindestens vier Begleitsternen umkreist wird, die den Materieausstoß und seine Verteilung gestaltet haben.n<span class="fotohinweis">© NASA,ESA,CSA,STScI,O. De Marco u.a.</span>
von DIRK EIDEMÜLLER
Der Sternenhimmel erscheint uns unveränderlich. Doch im kosmischen Maßstab wandelt er sich mitunter rasant. Sterne entstehen, wenn sich interstellare Materie verdichtet. Und sie vergehen, wenn sie entweder zu einem Weißen Zwerg zusammenfallen oder in einer Supernova explodieren. Zuvor blähen sie sich gewaltig auf und werden zu Roten oder Blauen Riesensternen. Diese blasen mit starken Sternenwinden einen großen Teil ihrer Masse ins All.