Die ersten Messungen mit zwei HESS-Teleskopen haben gezeigt, dass es offenbar keine Obergrenze für das außergewöhnlich “harte” Spektrum der Gammastrahlung aus dem Galaktischen Zentrum gibt. Das aber schließt die angenommene gegenseitige Vernichtung von Teilchen und Anti-Teilchen der Dunklen Materie aus. Nach theoretisch hergeleiteten Modellen sollten solche so genannten Annihilations-Prozesse bei Energien weit unter zehn Billionen Elektronen-Volt geschehen, tatsächlich gemessen wurden jetzt aber weitaus größere Werte. Deshalb bevorzugen die Astrophysiker des Heidelberger Max-Planck-Instituts für das mit HESS gemessene Spektrum eine ? so Werner Hofmann ? “konventionelle Erklärung, die auch rechnerisch ohne Schwierigkeiten zu den gemessenen Energieflüssen passt: eine vor etwa 10.000 Jahren explodierte riesige Supernova”. Die dabei entstandene Schockwelle sei in der Lage, Teilchen auf die jetzt registrierten höchstenergetischen Werte zu beschleunigen.
Mit nur zwei Teleskopen hat das HESS-Gammastrahlungs-Observatorium schon jetzt gezeigt, dass seine Instrumente zu den genauesten Messgeräten in diesem Energiebereich zählen: Die entdeckte Quelle der Gammastrahlung ist weniger als eine Bogenminute vom Zentrum der Milchstraße entfernt, was nur wenigen Lichtjahren entspricht. “Noch weitaus präzisere Werte für Position und Energiefluss dieser Quelle werden wir bekommen, wenn wir demnächst mit allen vier Teleskopen von HESS den Mittelpunkt unserer Galaxis ins Visier nehmen”, verspricht Hofmann.





