Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Technik & Digitales/Artikel
Superkleber aus Mistelbeeren
Technik & Digitales

Superkleber aus Mistelbeeren

Die weißen Beeren der europäischen Mistel (Viscum album) enthalten klebrige Kohlenhydrate, die die Basis für den neuen Superkleber bilden. · Foto: © weisschr/ iStock

Mistelbeeren statt Erdöl: Forschende haben einen biobasierten Klebstoff entwickelt, der vor allem aus den Beeren von Mistelpflanzen besteht. Er haftet unter anderem auf Holz, Metall, Glas und sogar Teflon und klebt stärker als handelsübliche Haushalts- und Montagekleber. Selbst bei -150 Grad Celsius bewahrt der neue Klebstoff seine Festigkeit. Durch Erwärmung lässt er sich mehrfach wiederverwerten. Damit könnte er zukünftig Reparaturen elektronischer Geräte erleichtern.
Autor
Elena Bernard
09. Oktober 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Technik & Digitales

Die meisten heute verwendeten Klebstoffe werden aus Erdöl hergestellt. Doch der fossile Rohstoff belastet die Umwelt und viele der daraus erzeugten Substanzen sind gesundheitsschädlich und nicht biologisch abbaubar. Deshalb suchen Forschende nach Alternativen aus biologischen Materialien. „Viele biobasierte Klebstoffe sind allerdings entweder nicht leistungsfähig genug oder ihre Herstellung erfordert aufwendige chemische Schritte“, sagt Ufuk Gürer von der Technischen Universität München.

Klebriges Gemisch natürlicher Zutaten

Gemeinsam mit seinem Team hat Gürer nun einen Klebstoff entwickelt, dessen Haftfähigkeit die der meisten erdölbasierten Klebstoffe übertrifft und der mit einfachen biobasierten Zutaten auskommt. „Unser Klebstoff besteht hauptsächlich aus einem Extrakt aus Mistelbeeren“, berichten die Forschenden. „Dieser Extrakt wird ohne weitere chemische Behandlung mit Gerbsäure und Apfelsäure ergänzt.“

Mistelbeeren enthalten von Natur aus stark klebrige Verbindungen aus Einfach- und Mehrfachzuckern. Damit haften die Samen der halbparasitischen Pflanze an Wirtsbäumen, um diese zu besiedeln. Für den neuen Klebstoff extrahierten Gürer und sein Team zunächst die Kohlenhydrate aus den Mistelbeeren mit destilliertem Wasser. „In Kombination mit Gerbsäure und Apfelsäure ergibt sich daraus eine bernsteinfarbene, zähflüssige Masse“, beschreiben sie. Diese wird anschließend für 18 Stunden auf 80 Grad erhitzt. Durch diesen Schritt wird das Gemisch nicht nur dunkler und fester, sondern vervielfacht auch seine Klebekraft.

Vier Bilder von Mistelbeeren, gefriergetrocknetem Mistelextrakt sowie dem Klebstoff vor und nach dem Erhitzen.

Aus den Mistelbeeren (links) wird ein Extrakt gewonnen (2.v.l.), das die Basis für den neuen Klebstoff bildet. Gemeinsam mit Gerbsäure und Apfelsäure bildet es eine bernsteinfarbene Masse (2. v.r.), die durch Erhitzen fester, dunkler und klebriger wird (rechts). — © Gürer et al. / Advanced Materials, CC-by 4.0

Starke Haftkraft

„Der Klebstoff haftet auf verschiedenen Substraten, darunter Holz, Metall, Glas und sogar Teflon“, berichten die Forschenden. Um die Haftwirkung zu erzielen, wird der erhitzte Klebstoff einfach auf die zu verklebenden Flächen aufgetragen, die anschließend per Hand zusammengedrückt werden. Innerhalb weniger Minuten härtet die Verbindung aus und verklebt die Teile miteinander – und zwar wesentlich stärker als die meisten handelsüblichen Klebstoffe: Eine Klebefläche von nur einem Quadratzentimeter kann bis zu 100 Kilogramm halten, wie Gürer und sein Team in Tests herausfanden.

Erhitzt man den Klebstoff erneut, lässt er sich einfach lösen und anschließend wiederverwenden. Damit bietet er vielversprechende Möglichkeiten für Reparatur und Recycling. Sogar in der Raumfahrt könnte der Mistelklebstoff zum Einsatz kommen, denn er bewahrt seine Festigkeit auch bei extrem niedrigen Temperaturen von -150 Grad Celsius, wie Tests ergaben. Denkbar wären auch medizinische Anwendungen. Erste Versuche in der Petrischale ergaben, dass der Klebstoff antibakterielle Eigenschaften aufweist.

Noch keine industrielle Erzeugung

Bisher lässt sich der Superklebstoff allerdings noch nicht in großem Stil produzieren, da die Herstellung direkt auf der Verarbeitung von Mistelbeeren basiert. „Die Mistelbeere verwendet molekulare Bausteine und Mechanismen, die zusammen mit den von uns gewählten Zusätzen eine sehr starke Haftung ergeben“, sagt Gürers Kollege Oliver Lieleg. „Langfristig wollen wir diese Prinzipien auf industrielle Herstellungsverfahren übertragen. Dann könnten wir die entscheidenden Klebstoffbestandteile künftig unabhängig von der Pflanze herstellen und damit den Kleber skalierbar machen.“

Quelle: Ufuk Gürer (Technische Universität München) et al., Advanced Materials, doi: 10.1002/adma.74322

BionikKlebstoffMistelNachhaltigkeitNaturrezeptRecycling
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Technik & Digitales

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik & Digitales.

Alle Technik & Digitales-Artikel
Jahrtausende alter Farbstoff wird zum Medizinhelfer
Technik & Digitales

Jahrtausende alter Farbstoff wird zum Medizinhelfer

30. Oktober 2026

Das berühmte Blaupigment der alten Ägypter ist nicht nur farbintensiv und haltbar, es lässt sich auch für die Medizin nutzen – als Fluoreszenzfarbstoff.

Neue Technik ermöglicht die digitale Übertragung von Düften
Technik & Digitales

Neue Technik ermöglicht die digitale Übertragung von Düften

28. Oktober 2026

Was wäre, wenn das Internet auch Gerüche übertragen könnte? Eine neue Technik macht eine solche Duftübertragung nun möglich - zumindest indirekt.

Archimedische Schraube aus nur einem Molekül
Technik & Digitales

Archimedische Schraube aus nur einem Molekül

26. Oktober 2026

Miniaturisierung extrem: Physiker haben eine der ältesten Maschinen der Menschheit auf Molekülmaßstab geschrumpft – die archimedische Schraube.

Ultraschall lenkt Objekte schwebend durch die Luft
Technik & Digitales

Ultraschall lenkt Objekte schwebend durch die Luft

22. Oktober 2026

Fast magisch: Dieses Wasser fließt freischwebend durch die Luft – getragen nur von unsichtbaren Ultraschallwellen. Sie können auch Gase, Pulver und sogar…

← Zurück zu Technik & DigitalesZur Startseite