Das Leben auf der Erde könnte seinen Ursprung in Bakterien aus dem Weltraum haben. Zur Überprüfung dieser Panspermia-Theorie setzten deutsche Astrobiologen Millionen von Bakterien-Sporen der Strahlung im All aus, um deren Überlebenschancen besser abschätzen zu können. In Meteoritenmaterial eingelagerte Mikroorganismen überlebten dabei deutlich länger als frei fliegende Sporen, berichtet das Magazin “New Scientist”.
Kleine Gesteinsstücke mit wenigen Zentimeter Durchmesser könnten groß genug sein, um die Bakterien-Sporen zu schützen, berichten Gerda Horneck und Kollegen in dem Fachblatt “Origins of Life and Evolution of the Biosphere” (Vol. 31 (6): 527-547). Die Astrobiologen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln brachten die Mikroorganismen an Bord des russischen Satelliten FOTON in eine Erdumlaufbahn.
Außerhalb des Satelliten starben alle 50 Millionen Sporen des Bacillus subtilis ab. Auch hinter einer Quartzglasscheibe tötete die ultraviolette Strahlung der Sonne alles Leben ab. Nur in einer Materialmischung aus rotem Sandstein und nachempfundenen Marsboden überlebten die Sporen, wenn diese Brocken einige Zentimeter maßen. Eine Überlebensrate von nahezu 100 Prozent wurde erreicht, wenn die Mischung aus Bodenmaterial und Sporen in etwa dem natürlichen Verhältnis entsprach.
Mit diesem Experiment scheint es möglich, dass Mikroorganismen durchaus wenige Jahre ohne Schaden durch den Weltraum reisen können. Der Transfer von Leben von einem Planenten zu seinem Nachbarn sei damit möglich, so dass es Sinn mache, auf dem Mars nach Leben zu suchen. Einen Rückschlag erfahren durch dieses Experiment jedoch Wissenschaftler, die davon ausgingen, dass kleine Staubkörner zum Transport von Mikroorganismen durch den Weltraum ausreichten.
Jan Oliver Löfken





