Zunächst stellte sich die Frage nach dem grundsätzlichen Potenzial für das Konzept. Auf den ersten Blick scheint es gigantisch: Insgesamt existieren weit über 100.000 Untertagebauten. Doch die meisten eigenen sich nicht zur Nutzung als Pumpspeicherwerk: Beim Stein- oder Pechkohleabbau drohnen Explosionen durch die Freisetzung von Gasen, in Salzbergwerken würden sich Salze lösen und Bergwerke in lockeren Gesteinsarten wären enorme Sicherheitsvorkehrungen nötig. So bleiben vor allem die Erzbergwerke als mögliche Kandidaten übrig. Insgesamt identifizierten die Wissenschaftler 104 Untertagebauten, die gut oder zumindest bedingt geeignet sind. Sie repräsentieren ihnen zufolge allerdings durchaus ein interessantes Potenzial.
Bergwerke werden zu Pumpspeicherkraftwerken
Das interdisziplinäre Team aus Bergbaufachleuten, Maschinenbauern, Elektrotechnikern, Juristen und Kaufleuten untersuchte an zwei konkreten Fallbeispielen die einzelnen Herausforderungen, die ein Pumpspeicher unter Tage mit sich bringt. Als Modellbergwerke suchten sie sich das ehemalige Erzbergwerk Pöhla im Erzgebirge und den Wiemannsbuchtschacht des stillgelegten Erzbergwerks Grund im Harz aus. Für diese Standorte erforschten sie die technischen, rechtlichen, planerischen und wirtschaftlichen Aspekte. Unterm Strich kommen sie zu dem Fazit: Die Realisierung eines Pumpspeicherkraftwerks erscheint bei beiden Bergwerken möglich.
Als nächstes wollen die Forscher eine Versuchsanlage konkret planen und dabei eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen, die zeigen soll, ob sich das Konzept tatsächlich auch lohnt. Eine kleine Pilotanlage zu Forschungszwecken könnte sich im Zeitraum 2015 bis 2018 realisieren lassen. Somit könnte also die Vision der Stromspeicherung unter Tage schon relativ bald Wirklichkeit werden.





