Die Wissenschaftler erzeugten diese feste Form des Stickstoffs mit einer speziellen Diamantpresszelle. Dabei wurde stark verdichtetes und hochreines Gas zwischen zwei nur 50 millionstel Meter dicken Diamantspitzen zusammengepresst. Die elektronischen Eigenschaften bestimmten sie über zusätzliche Elektroden, über die sich der elektrische Widerstand messen lässt. Mit Raman-Spektroskopie ergänzten die Forscher die Materialprüfung.
Da der feste Stickstoff nach der Druckbehandlung sogar bei Normaldruck noch stabil geblieben ist, sehen die Forscher darin ein neues Halbleiter-Material, das anstelle von Silizium verwendet werden könnte. Diese Versuche zeigen zudem eine völlig neue Materialklasse auf, bei der aus leichten und teilweise gasförmigen Elementen Substanzen mit überraschenden Eigenschaften gebildet werden können. So berichteten unlängst andere Forschergruppen, dass fester Wasserstoff metallische Eigenschaften habe. Weitere Theorien zu Hochdruckeigenschaften von Elementen, die teilweise durch die Stickstoff-Expermente bestätigt wurden, sagen sogar supraleitende Eigenschaften für metallischen Wasserstoff voraus.





