Ein Stern ist nur etwa 700 Lichtjahre entfernt im Sternbild Vela (Segel) explodiert – vor etwa 700 Jahren. Röntgen- und Gamma-Astronomen vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching haben die Reste dieser nächstgelegenen bekannten Supernova erst jetzt entdeckt, weil die Explosionswolke von der weichen Röntgenstrahlung des viel größeren, aber weiter entfernten Vela-Supernovarests überstrahlt wird. Nur im harten Röntgenlicht bei über 1300 Elektronenvolt war die neue Röntgenquelle RXJ 0852.0-4622 für den inzwischen ausgedienten deutschen Röntgensatelliten Rosat sichtbar. Daß sie ein junger Supernovarest ist, beweisen ihre Temperatur – rund 30 Millionen Grad – und ihre Gammastrahlung, deren Quelle der Zerfall von Titan-44 ist. Dieses Isotop entsteht nur durch das “Silizium-Brennen” bei Sternexplosionen.
Sache der Historiker wäre es nun, herauszufinden, ob es Aufzeichnungen aus dem 13. Jahrhundert gibt, die von einem neuen Stern am Himmel berichten. Aber wahrscheinlich wurde das Licht der Supernova von interstellaren Gas- und Staubwolken verschluckt, die nur für Röntgen- und Gammastrahlung keine Hindernisse sind.
Rüdiger Vaas





