“Wahrscheinlich haben die kräftige Strahlung und stellare Winde der neu geborenen Sterne die Gaswolken in einer Art Reinigungsprozess förmlich weg geweht”, sagte Dan Maoz. Die Forscher vermuten, dass Starburst-Ereignisse in Balken-Galaxien besonders häufig auftreten, weil die Materie in dem gewaltigen Balken große Mengen Gas ins Zentrum der Galaxie schleust, die dann zu neuen Sternen zusammenklumpen. NGC 1512 ist 30 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und hat einen Durchmesser von etwa 70.000 Lichtjahren. Sie ist auf der Südhalbkugel im Sternbild Horologium mit einfachen Teleskopen sichtbar.
Bei einer der bislang detailliertesten Studien von Sternengeburtsstätten ist ein prächtiges Bild der Balkengalaxie NGC 1512 entstanden. Im Astronomical Journal berichten amerikanische und israelische Forscher um Dan Maoz von der Tel-Aviv-Universität, dass sie sieben Bilder von drei Kameras des Weltraumteleskops Hubble zu einer vielfarbigen Aufnahme überlagerten.
Darauf sind die “Kreißsäle” der Galaxis deutlich zu erkennen. Die Galaxie NGC 1512 ist einzigartig durch einen 2.400 Lichtjahre großen Ring aus jungen Sternhaufen rund um den Galaxienkern. Die oft von heftigen Explosionen begleitete Geburt neuer Sterne bezeichnen Fachleute als “Starburst”-Episode im Leben einer Galaxis. Die Hubble-Aufnahme macht deutlich, dass die neuen Sterne entweder von Gaswolken komplett verhüllt werden und infolgedessen nur im infraroten Licht sichtbar sind. Oder sie haben sich von ihrer Geburtswolke komplett befreit.
Ute Kehse





