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Start der Mondmission Artemis 2
Astronomie & Physik

Start der Mondmission Artemis 2

Es ist ein historischer Moment für die Raumfahrt: Zum ersten Mal seit Ende der Apollo-Missionen im Jahr 1972 haben Astronauten den Erdorbit verlassen und fliegen wieder in Richtung Mond. Heute Nacht um 00:35 Uhr unserer Zeit hob die NASA-Trägerrakete SLS (Space Launch System) mit der Orionkapsel und vier Astronauten…
Autor
Nadja Podbregar
02. April 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Astronomie & Physik
Artikelbild
Die Trägerrakete SLS mit Servicemodul und Orionkapsel kurz vor dem Rollout aus dem Hangar. Es ist die größte je gebaute Rakete. © NASA/Joel Kowsky

Das Artemis-Programm der NASA soll die Rückkehr von Menschen zum Mond einleiten. Nach jetzigem Zeitplan ist für 2028 eine US-Mondlandung geplant. Dieses Ziel zu erreichen, erweist sich allerdings als echte Herausforderung. Zum einen existierte seit Einmottung der legendären Saturn V weltweit keine Trägerrakete mehr, die die Last eines bemannten Raumschiffs über den Erdorbit hinaus bringen konnte. Für das Artemis-Programm entwickelte die NASA deshalb eine neue Trägerrakete: das Space Launch System (SLS). Zusammen mit der Orion, der Raumkapsel für die Astronauten, ist das Ensemble 98 Meter hoch – und damit die größte je gebaute Rakete.

Das Artemis-Programm hat allerdings zahlreiche Verzögerungen, Kostensteigerungen und technische Probleme hinter sich. Im Jahr 202 gelang dann mit Artemis 1 endlich die erste, noch unbemannte Mondumrundung. Anfang Februar 2026 sollte dann – ebenfalls nach mehrfacher Verschiebung – die bemannte Mondumrundung mit Artemis 2 folgen. Doch beim Betankungstest kurz vor dem Start traten Wasserstofflecks und Heliumzufluss-Störungen auf, so dass der Starttermin verschoben werden musste.

Missionsverlauf vom Start bis zum Verlassen des Erdorbits

Jetzt ist es endlich soweit: Um 18:35 Uhr Ortszeit – 00:35 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit – hob die NASA-Trägerrakete SLS (Space Launch System) mit der Orion-Raumkapsel und den vier Astronauten an Bord von der Startrampe 39b in Cape Canaveral ab. Das Team aus drei erfahrenen NASA-Astronauten – Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover und Missionsspezialistin Christina Koch – und dem kanadischen Missionsspezialisten Jeremy Hansen ist nun unterwegs. Rund zwei Minuten nach dem Start, in einer Höhe von knapp 50 Kilometern, waren die Feststoffraketen ausgebrannt und wurden abgeworfen, ebenso das Notfallsystem für den Startabbruch. Rund acht Minuten nach dem Start hatten auch die Haupttriebwerke der SLS ihren Treibstoff verbraucht – immerhin mehr als 2,6 Millionen Liter flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff – und wurden ebenfalls abgetrennt. Nach zwei Zündungen der Raketenoberstufe, der Cryogenic Propulsion Stage (ICPS), fliegt die Orionkapsel nun zunächst für zwei Erdumkreisungen in einer elliptischen Flugbahn um die Erde.

(Video: NASA)

Heute Nacht – gut 25 Stunden nach dem Start – zünden dann die Triebwerke des Europäischen Servicemoduls ESM, um Artemis 2 aus dem Schwerefeld der Erde zu bringen. Das ESM markiert eine Premiere, denn erstmals nutzt die NASA bei einer Mondmission damit eine kritische Komponente, die nicht aus den USA stammt. Das Modul umfasst das für den Mondflug benötigte Triebwerk, Solarpaneele für die Stromversorgung der Raumkapsel, Klimasysteme und die Vorräte an Treibstoff sowie Sauerstoff- und Wasser für die Besatzung. Erst kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wird das ESM abgetrennt und abgeworfen.

Zum Mond und zurück

Die Mondumrundung der Artemis 2 folgt einer achtförmigen Flugbahn, der sogenannten freien Rückkehrbahn. Auf ihr wird das Raumschiff allein durch die Mondschwerkraft umgelenkt und wieder zurück auf Erdkurs gebracht – ohne dass zusätzliche Brems- oder Beschleunigungsmanöver nötig werden. Auch Apollo 8 folgte diesem Kurs. Nach einem Hinflug von rund vier Tagen wird Artemis 2 den Mond in einem weiten Bogen umrunden. Bei ihrer Passage hinter dem Mond werden die Astronauten rund 400.000 Kilometer von der Erde entfernt sein – weiter als jemals ein Mensch vor ihnen. Währenddessen wird die Crew die Mondoberfläche fotografieren und Messungen durchführen, außerdem ist der erste Test einer optischen Datenübertragung mittels Laser geplant. Ab dem sechsten Missionstag beginnt für Artemis 2 schon wieder der Rückflug zur Erde. Für die Astronauten stehen nun vor allem medizinische Experimente an, außerdem mehrere Ruhephasen.

ARtemis-2-Astronauten
Die vier Astronauten der Artmis-2-Mission. © NASA/Daniel O’Neal

Am zehnten Tag nach dem Start folgt die letzte kritische Phase der Artemis-2-Mission: der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Die Orionkapsel hat dabei eine Geschwindigkeit von rund 40.000 Kilometer pro Stunde. Selbst in der dünnen äußeren Atmosphäre reicht dies aus, um an der Außenseite der Raumkapsel ein mehr als 2.700 Grad heißes Plasma zu erzeugen. Schutz davor soll der mit speziellen Keramikplatten beschichtete Hitzeschild bieten. Allerdings gab es bei Artemis 1 mit diesem Hitzeschild Probleme: Nach der Landung zeigten die Hitzeschutzkacheln der Orionkapsel unerwartet starke Schäden, die Beschichtung war an vielen Stellen abgeplatzt oder eingerissen. Um ähnliches bei Artemis 2 zu vermeiden, plant die NSA für den Wiedereintritt der vier Astronauten eine modifizierte Flugbahn: Die Orionkapsel soll diesmal weniger ausgeprägte „Hüpfer“ am Atmosphärenrand vollführen und steiler eintauchen. Ob dies ausreicht, um die Astronauten in der Raumkapsel zu schützen, wird sich zeigen. Geht alles gut, wird die Orionkapsel mithilfe von Fallschirmen im Pazifik landen.

Quelle: NASA

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