Einige der ersten vollständig erhaltenen Tiere stammen aus den Burgess-Schiefern in Kanada. Manche dieser fremdartigen Wesen lassen sich bereits modernen Stämmen wie den Gliederfüßern oder den Chordatieren zuordnen, die Zugehörigkeit anderer Exemplare ist rätselhaft. Das neue Fossil könnte nun eine Lücke schließen. Conway Morris und Caron argumentieren, dass Orthrozanclus mit zwei besonders rätselhaften Wesen verwandt ist, die bereits den unterschiedlichsten Tierstämmen zugeordnet wurden. Zum einen sehen die beiden Forscher Ähnlichkeiten mit Wiwaxia, einer Kreatur, die einem Tannenzapfen glich und ebenfalls lange, sichelförmige Stacheln besaß. Der andere mutmaßliche Verwandte von Orthrozanclus hieß Halkieria: Beide Tiere wiesen eine durchgehende Schale im vorderen Teil des Körpers auf.
Conway Morris und Caron vermuten nun, dass alle drei Arten einen gemeinsamen Vorfahr besaßen. Ihrer Meinung nach gehörten die Schuppenwesen entweder zu einer Tiergruppe, aus denen bereits vorher die Weichtiere, also Schnecken, Muscheln und Kopffüßer, hervorgegangen waren. Eine andere Möglichkeit sehen die Forscher darin, dass Wiwaxia, Orthrozanclus und Halkieria einen eigenen Ast im Stammbaum des Lebens bildeten, der zwischen den Weichtieren und den Ringelwürmern liegt. “Heute sind diese Tierstämme sehr verschieden”, schreiben die beiden Forscher, “doch im Kambrium lag noch eine viel kleinere Kluft zwischen ihnen.”





