Schwedische Wissenschaftler konnten jetzt einen Zusammenhang zwischen dem vermehrten Auftreten von Hirnhautentzündungen nach Zeckenbissen und der globalen Klimaerwärmung nachweisen. Dies berichtet das Fachmagazin The Lancet (Volume 358, Number 9275, 07 July 2001)
Unsere Untersuchungen belegen, dass die Zunahme von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) seit Mitte der 80er Jahre mit dem Trend zu milderen Wintern und früherem Beginn des Frühlings einher geht, erklärt Elisabeth Lindgren von der Universität Stockholm. Lindgren und ihr Kollege Rolf Gustafson hatten im Rahmen einer Studie alle FSME-Fälle in der Grafschaft Stockholm im Zeitraum zwischen 1960 und 1998 untersucht. Seit den späten 50er Jahren sind dort Blutuntersuchungen für alle Enzephalitis-Patienten Pflicht.
Die Forscher stellten die Zahl der Tage pro Jahreszeit fest, die von den klimatischen Bedingungen her für Zecken günstig waren. Sie verglichen die Daten mit dem Entwicklungszyklus von Zecken, der in der Regel zwei bis drei Jahre beträgt. Es zeigte sich, dass die Anzahl der FSME-Erkrankungen in direktem Zusammenhang mit jeweils zwei aufeinanderfolgenden milden Wintern stand. Ein langer und relativ warmer Herbst im Vorjahr erhöhte die Überlebenschancen der Zecken. Höhere Frühlingstemperaturen ließen sie früher als sonst im Jahr aktiv werden. Zusätzlich hielten sich mehr leicht bekleidete Menschen im Freien auf, was das Risiko eines Zeckenbisses vergrößerte.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch ein Virus verursacht, das durch den Biss infizierter Zecken auf den Menschen übertragen wird. Die Zecken sind normalerweise von April bis November in hohem Gras und auf Sträuchern anzutreffen, kommen jedoch nur in Gegenden unter 1.000 Meter Höhe vor. Oft verläuft die Infektion ohne Symptome. Es können sich aber auch nach rund sieben bis zehn Tagen grippeähnliche Symptome einstellen. Bei einigen Betroffenen kommt es nach einer Woche zu einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute.
Almut Bruschke-Reimer





