Etwa 1.200 Asteroiden von mehr als einem Kilometer Größe kreisen auf Bahnen, wo sie früher oder später mit der Erde zusammenstoßen können. Wahrscheinlich ist das Sonnenlicht dafür verantwortlich, dass die Gesteinsbrocken ihren ursprünglichen Aufenthaltsort im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter verlassen haben, schreibt ein internationales Forscherteam unter Leitung von William Bottke vom Southwest Research Institute in Colorado im Fachblatt Science.
Die Strahlung von der Sonne heizt den Asteroiden zunächst auf. Anschließend gibt der Himmelskörper einen Teil der Strahlung wieder ab. Dadurch verändert sich der Bahndrehimpuls des Asteroiden. Dieser so genannte “Jarkowski-Effekt” galt bislang als zu klein, um die Bahn von Asteroiden nennenswert zu verändern.
Bottke und Kollegen betrachteten jetzt so genannte Asteroidenfamilien. Das sind mehrere Asteroiden auf ähnlichen Bahnen, die Trümmerstücke eines größeren Himmelskörpers sind. Die kleineren Mitglieder solcher Familien sind oft weit entfernt von ihrem Anhang zu finden.
Nach Simulationsrechnungen von Bottke und seinen Kollegen ist daran der Jarkowski-Effekt schuld: Über hunderte von Jahrmillionen stupst das Sonnenlicht die oft nur wenige Kilometer großen Gesteinsbrocken immer weiter von ihrer Familie weg. Dabei geraten sie in die Nähe instabiler Zonen im Asteroidengürtel. Der Asteroidengürtel hat zahlreiche Lücken, weil die kombinierte Anziehungskraft mehrerer Planeten kleinere Himmelskörper an diesen Stellen leicht aus der Bahn wirft. Dabei werden die Asteroiden ins innere Sonnensystem geschleudert, wo sie das Reservoir der Erdbahnkreuzer auffüllen.
Ute Kehse





