Feine Staubpartikel des erdnahen Asteroiden NEAR schweben aufgrund elektrostatischer Aufladung durch das Sonnenlicht über seiner Oberfläche. Zu diesem Ergebnis kommen Geologen nach einer mithilfe der NEAR-Shoemaker-Sonde durchgeführten Studie. Staubablagerungen könnten demnach ein großes Problem zukünftiger Erkundungsmissionen von Asteroiden und Monden sein. Ihre Untersuchungen haben die Forscher in einer Sonderausgabe des Fachblattes Nature veröffentlicht.
Ausgangspunkt der Studie um den planetaren Geologen Mark Robinson der Northwestern Universität in den Vereinigten Staaten waren mittels der NEAR-Sonde aufgenommene Bilder von Kratern des Asteroiden NEAR. Viele dieser Krater weisen einen äußerst glatten Grund auf. Eine Landung der Sonde innerhalb eines solchen Kraters ermöglichte Aufnahmen des Kraterbodens mit einer Auflösung von ungefähr einem Zentimeter. Demnach ist der Grund der glatten Krater mit einer feinkörnigen Staubschicht bedeckt.
Die Ursache für Staubansammlungen auf den Kraterböden sehen die Geologen in der Kraft der Sonne. Sonneneinstrahlung führe demnach zu einer elektrostatischen Aufladung von Staubpartikeln auf der Asteroidenoberfläche. Damit beginnen diese in dem äußerst schwachen Gravitationsfeld des Asteroiden zu schweben. Schwebende Staubteilchen in der Umgebung eines Kraters könnten so durch zufällige Bewegung über den Krater gelangen und durch anschließendes Absinken auf dessen Grund gelangen. Auf diese Weise könnte sich innerhalb von Millionen von Jahren eine feine Staubschicht auf dem Boden von Kratern ansammeln.
Eine Erklärung für die Bewegung von Staubpartikeln auf Asteroiden und kleineren Monden stellte Astronomen bisher vor große Probleme – eine Atmosphäre ist nicht vorhanden, und damit scheidet Wind als Ursache der Bewegung aus. Das Zusammenspiel von elektrostatischer Aufladung und schwachem Gravitationsfeld wird nun in der Tat von vielen Fachkollegen des NEAR-Teams als die wahrscheinlichste Erklärung dieses Phänomens angesehen.
Stefan Maier





