Forscher aus England und Polen haben die Sonnenfinsternis Ende Juni im Süden Afrikas mit dem speziell dafür entwickelten Kamerasystem SECIS (Solar Eclipse Coronal Imaging System) beobachtet. Sie erhoffen sich von Ihrer Expedition Antworten auf die immer noch offene Frage, warum die Corona (Atmosphäre) der Sonne wesentlich heißer ist als die Sonnenoberfläche.
SECIS besteht aus einem Paar Hochgeschwindigkeits-CCD-Kameras, die bis zu 70 Bilder pro Sekunde aufnehmen können, einem kleinen Teleskop und optischen Komponenten. Das Teleskop besitzt darüber hinaus einen Grünfilter, der eine starke Spektrallinie aus dem Lichtspektrum der Sonnencorona herausfiltert.
Die Wissenschaftler um Ken Phillips vom Rutherford Appleton Laboratory benötigen die hohe Aufnahmegeschwindigkeit des Instrument, um winzige Veränderungen in der Corona aufspüren zu können. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die starken Magnetfelder der Sonne für den Aufheizmechanismus der Sonnenatmosphäre verantwortlich sind. Allerdings sind die Details dieses Vorgangs bisher noch nicht aufgeklärt.
Vor und während der Sonnenfinsternis waren die Daten der beiden Raumsonden Satellit SOHO und TRACE eine große Hilfe, denn sie ermöglichten die Ausrichtung von SECIS auf besonders aktive Regionen der Corona.
Die Forscher hoffen, dass sie mit den aufgezeichneten Daten dieser und der letzen beiden Sonnenfinsternisse den Aufheizmechanismus der Sonnenatmosphäre und damit dem Atmosphärenverhalten aller sonnenähnlicher Sterne bedeutend besser verstehen werden.
Arndt Dürr





