Erstmals ist ein so genannter koronarer Massenauswurf auf der Sonne im Radiowellenlängenbereich aufgenommen worden. Forscher um Tim Bastian vom National Radio Astronomy Observatory in Charlottesville, Virginia, berichten im Fachblatt Astrophysical Journal Letters, dass Radioteleskope auf der Erde möglicherweise billiger vor den potentiell gefährlichen Sonnenstürmen warnen können als Beobachtungssatelliten im Weltraum.
Auf dem Radiobild sind dunkle Schleifen zu sehen, die sich während der Eruption ausdehnen. Im sichtbaren Bereich des Lichts sind während eines koronaren Massenauswurfs ähnliche Schleifen zu sehen. Die Forscher glauben, dass die Schleifen auf dem Radiobild Regionen anzeigen, in denen Elektronen kurz vor der eigentlichen Eruption fast bis auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden.
“Die neuen Daten geben uns wichtige Hinweise darauf, wie diese energiereichen Phänomene arbeiten”, sagt Bastian.
Bei den koronaren Massenauswürfen wird eine Wolke schneller, geladener Partikel ins All geschleudert. Trifft die Wolke auf ihrem Weg die Erde, kann es zu Stromausfällen und Funkstörungen kommen. Außerdem werden nach einer solchen Begegnung oft Polarlichter beobachtet.
Ute Kehse